Schweizer Cup

Samstag, 12. Dezember 2015, ju/gmt/jud

Der FCZ gewinnt in Thun 4:1 und qualifiziert sich für den Cup-Halbfinal

Das Geschehen spielte sich in den ersten zehn Minuten vor allem im Mittelfeld ab. Beide Mannschaften agierten da in ihrer Angriffsauslösung zu ungenau. Der FCZ tat sich schwer gegen die aufsässige, gut gestaffelte Defensive der Thuner. Diese wurden nach und nach im Spiel nach vorne ball- und kombinationssicherer. Vor allem konnten sie immer wieder Freistösse aus gefährlicher Distanz und Eckbälle treten. Einer davon führte zum 1:0. Wittwer flankte von links aufs Tor, niemand fühlte sich für den Ball verantwortlich, und am von Stürmer Buess leicht irritierten Goalie Favre vorbei landete der Ball im Netz.

Der Gastgeber wirkte in dieser Phase agiler, gradliniger und kam auch in der Folge bis zur Pause zu weiteren Torchancen. Hier konnte sich Favre gleich mehrmals auszeichnen, sei es bei der Chance von Buess (platzierter Scharfschuss aus 14 Metern) oder bei Distanzschüssen.

Ab der 20. Minute wurde das Spiel dann unterhaltsamer, offensiver und es bot den Zuschauern mehr Strafraumszenen. Vor allem aber steigerte sich der FCZ und agierte in der Angriffsauslösung zielstrebiger und deshalb auch effizienter, selbst wenn es im Abschluss noch haperte. Nach einer Linksflanke von Bua köpfelte Etoundi den Ball an die Lattenoberkante (29.). Kurz darauf hatte Buff den Ausgleich auf dem Fuss. Von Bua mit etwas Glück herrlich freigespielt, schoss er aber allein vor dem Tor knapp darüber. Auch die Schüsse von Gavranovic (33.) und Bua (41. und 45.) fanden den Weg ins Tor nicht.

So blieb es bis zur Pause bei der Thuner Führung. Nach verhaltenem Beginn boten beide Teams ein unterhaltsames Spiel mit schönen Szenen vor den Toren. Teilweise sahen die Zuschauer gar einen offenen Schlagabtausch, bei dem sich der FCZ angesichts der schön herausgespielten Möglichkeiten durchaus ein Unentschieden verdient hätte.

Dann aber lieferten die Jungs von Trainer Hyypiä wohl eine ihrer besten Halbzeiten in dieser Saison ab. Spielerisch teilweise brillant, als hätte es nie eine Krise gegeben, kombinierten sie sich mit Spielwitz sowie Leidenschaft durch die Thuner Defensive und drängten diese abermals in deren eigene Platzhälfte zurück. Es war eine Riesenfreude, dem Spiel und natürlich vor allem dem FCZ zuzuschauen.

Nach 50 Minuten kam der Ball von rechts zu Bua, dieser verlängerte per Kopf und mit etwas Glück zu Etoundi, welcher überlegt zum Ausgleich einschob. Es folgte nun eine Druckphase der Zürcher und das 1:2 war nur eine logische Konsequenz davon. Grgic zog aus 22 Metern ab und Reinmann lenkte den Ball noch unglücklich ins eigene Tor - ein schöner, über mehrere Stationen herausgespielter Treffer.

Dann wurde Thun wieder stärker und kam innert vier Minuten zu zwei Riesenchancen. Nachdem Favre den auf ihn zustürmenden Munsy gestoppt hatte, wehrte Nef Buess’ Schuss für den am Boden liegenden Goalie in Corner ab. Und wieder war es Buess, der nach schöner Vorarbeit Zarates eine Riesenmöglichkeit vergab.

Die letzten 20 Minuten gehörten dann aber ganz dem FCZ. Gavranovic’ Schuss aus 16 Metern konnte Faivre gerade noch knapp abwehren. Beim anschliessenden Corner fand Vinicius Kecojevic, dessen Kopfball wiederum vom Goalie bravourös pariert wurde - jedoch nur vor die Füsse von Etoundi. Der Kameruner liess sich die Chance nicht nehmen und markierte seinen zweiten Treffer zum 1:3.

Es kam gar noch besser. Nach schönem Doppelpassspiel mit Buff schoss Koch von rechts scharf und unhaltbar aus 14 Metern in die entfernte Torecke den vierten Treffer.

Spätestens da war die Partie entschieden. Thun war zu keiner Reaktion mehr fähig und der FCZ verwaltete den Vorsprung souverän. Beinahe hätte er noch das fünfte Tor erzielt. Doch diesmal konnte Faivre einen weiteren Schuss von Koch spektakulär abwehren.

Diese Partie gibt Hoffnung und viel Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben in der 2. Phase der Saison. Die Zürcher kassierten in den letzten zwei Spielen nur ein Tor, schossen aber deren zehn in den letzten vier Partien. Mit etwas Wettkampfglück ist im Cup durchaus einiges möglich...

FC Thun - FC Zürich 1:4 (1:0)

Stockhorn Arena - 4917 Zuschauer - SR Erlachner

Tore: 11. Wittwer 1:0, 50. Etoundi 1:1, 57. Grgic 1:2, 71. Etoundi 1:3, 79. Koch 1:4

Thun: Faivre; Joss, Reinmann, Sulmoni, Wittwer; Zarate, Wieser (75. Lauper), Hediger, Schirinzi (64. Trachsel); Buess, Munsy (87. Peyretti)

Zürich: 
Favre; Koch, Nef, Kecojevic, Vinicius; Cabral (46. Grgic), Yapi; Buff (80. Schneuwly), Gavranovic, Bua; Etoundi (88. Sadiku)

Bemerkungen:
 Thun ohne Bigler, Ferreira, Frontino, Glarner, Rapp, Rojas, Siegfried (alle verletzt), Hornung und Zino (beide nicht im Aufgebot). Zürich ohne Schönbächler (verletzt/rekonvaleszent), Brunner (krank), Baumann, Chermiti, Chiumiento, Djimsiti, Kleiber, Kukeli und Sarr (alle nicht im Aufgebot). 29. Etoundis Kopfball streift die Latte.

Verwarnungen: 19. Buff (Foul), 35. Hediger (Foul)

 

 

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