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Die Wattwilerin Lorena Baumann ist Verteidigerin beim FC Zürich
Das 1-Millionen-Spiel

Aus Grinta wird Müdigkeit

In den vergangenen Tage kam dann und wann die Frage auf, wie es um den Tankstand des FCZ steht. Die Frage war nicht, ob er voll ist, sondern eher: Halbleer oder leer?

Vielleicht darum wollte Ludovic Magnin von seinen Spielern gegen Ludogorez Grinta sehen, diesen unbedingten Siegeswillen, der den fehlenden Sprit im Tank kompensieren soll. Und er sah sie, ziemlich bald.

Nach 33 Sekunden hinterliess Fabio Dixon einen mächtigen Stollenabdruck in der Wade des Gegners. Nach 21 Minuten traf der kleine Stephen Odey per Kopf. Der nimmermüde Nigerianer war ein Sinnbild dafür, wie man Müdigkeit überkommt. Dem Stürmer sind in diesem Herbst die Ersatzmänner ausgegangen, entweder wurden sie verkauft (Frey und Dwamena), sind sie verletzt (Ceesay) oder nicht spielberechtigt (Kasai).

Je länger aber das Spiel dauerte, umso weniger war von dieser Grinta zu sehen. Die Müdigkeit verdrängte sie und mit ihr kamen der Zufall und Fehlpässe, und schliesslich auch noch individuelle Fehler. Mirlind Kryeziu machte, was ein Innenverteidiger nicht tun sollte, er spielte den Ball in die Füsse des Gegners. Andris Vanins, der für Brecher im Tor stand, war machtlos.

Ungeachtet davon setzte Trainer Magnin ein starkes Zeichen. Ein Zeichen an den Nachwuchs im Club im Sinne von: Eure Chance kommt, auf euch wird gesetzt. So spielten der 18-jährige Hakim Guenouche und der 19-jährige Dixon von Beginn an in der Viererkette in der Abwehr. Und in der zweiten Halbzeit wechselte er den 17-jährigen Bledian Krasniqi ein.

Ausrufezeichen in Europa

Trotz des enttäuschenden Abschlusses in Bulgarien hat der FCZ in diesem Herbst in Europa ein Ausrufezeichen gesetzt. Einerseits mit dem Weiterkommen, andererseits mit dem Sieg gegen Leverkusen. Das 3:2 im Heimspiel war mehr als ein Sieg, es war eine fussballerische Offenbarung, die wahrgenommen wurde. Plötzlich wurde über diesen kleinen Verein im Ausland berichtet, plötzlich waren Bundesliga-Scouts im Stadion, um FCZ-Spieler zu beobachten. Kurz: Es war ein Sieg mit Nebeneffekten. Auch Marktwerte der Spieler dürften gestiegen sein. Doch auch finanziell war die Gruppenphase ergiebig. Da war die Startprämie von 2,9 Millionen Euro, da sind die Zuschauereinnahmen aus den drei Heimspielen. Und weil der FCZ 10 Punkte à 190000 Euro sammelte, flossen 1,9 Millionen Euro in die Kasse, die noch einmal mit einer Million Euro Bonus für den Zweitklassierten aufgestockt werden. Zweitklassiert, weil Leverkusen gegen Larnaka gewann.

Was bei dieser kurzfristigen Sicht vergessen geht: Die Erfolge helfen dem FCZ auch auf der Sponsorensuche. Es fehlt ein Hauptsponsor, ebenfalls sind die Sponsorenplätze auf den Hosen und Stulpen frei.

Am Montag werden in Nyon die Sechzehntelfinals ausgelost. Mögliche Gegner sind Gruppenerste wie Arsenal, Chelsea und Frankfurt. Dazu kommen die Gruppendritten aus der Champions League wie Inter Mailand und Napoli.

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