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Bitte einmal alles mit scharf
Ein Sittener Glücksbringer namens Fortune

Der FC Zürich schlägt sich selber

Es sind merkwürdige Spiele, wenn Murat Yakin mit dem FC Sion und Ludovic Magnin mit seinem FC Zürich in dieser Saison aufeinandertreffen: Es gewinnt irgendwie immer der Falsche. Als die Zürcher Ende September im Wallis auftraten, nahmen sie eine völlig überrissene Gage mit nach Hause, ein 2:1 und drei Punkte. Magnin hatte damals fast entschuldigend zu Yakin gesagt, er habe keine Ahnung, wie ihnen dieser Erfolg gelungen sei. An diesem Sonntagnachmittag war es umgekehrt. Magnin konnte sich nicht erklären, «wie wir es geschafft haben, dieses Spiel nicht zu gewinnen».

Der FCZ verlor es sogar sonderbarerweise 1:2, es war ein zynischer Sieg des FC Sion, weil er siebzig Minuten wenig dafür getan hatte, ihn sich zu verdienen. Und doch war es ein Sieg, der Yakin gefallen musste («sehr positiv, sehr schön anzuschauen»), weil man ihn als Verdienst des Trainers lesen kann, als späten Taktikerfolg seiner Einwechslungen. Aber vermutlich ist die Wahrheit über dieses Spiel viel einfacher zu erklären als mit ausgeklügelten Trainerstrategien. Aus der Sicht des FCZ hätte dieser FC Sion gar nie in die Partie finden dürfen. Die Zürcher hätten längst ziemlich deutlich führen müssen, als sich die Sittener doch noch dazu entschlossen, Lust auf dieses Spiel zu bekommen.

Wenn es nach dem Wunsch Magnins gegangen wäre, wäre diese Partie etwa so verlaufen: Der Stürmer Stephen Odey hätte schon früh eine seiner vielen Chancen verwertet – «und dann adieu, merci». Was in Magnins Worten etwa so viel bedeutet wie: Wenn wir uns geschickter anstellen, verabschiedet sich der FC Sion früh aus diesem Spiel und ist gedanklich schon lange auf der Heimfahrt. So Magnins Wunschbild.

Tatsächlich sah aber alles ganz anders aus. Anstatt einen Treffer zu erzielen, verletzte sich Odey beim Verpassen einer Torchance; und statt 3:0 stand es nach einem Tor Antonio Marchesanos bloss 1:0. Es war nach gut einer Stunde der sehenswertestes Spielzug der Partie, als sich der FCZ nicht wie sonst so oft vom FC Sion ausbremsen liess. Diesmal kam er mit Tempo, und Salim Khelifi zeigte, warum er als einer der schnellsten und wendigsten Spieler der Liga gilt.

Das 1:0 hätte das Ende des Zürcher Arbeitstages nach einer strengen Arbeitswoche sein können. Aber am Ende stand der Verteidiger Alain Nef bestürzt in den Katakomben des Stadions und musste sagen: «Wir haben uns selber geschlagen.» Und wenn man es einem Sittener Spieler gegönnt hatte, den Umschwung herbeizuführen, dann ihm, Pajtim Kasami, dem auffälligsten Walliser, der schon Fussball spielte, als die meisten seiner Kollegen noch damit beschäftigt waren, nicht zu sehr aufzufallen.

Kasami traf nach siebzig Minuten zum 1:1; er stand am Anfang der Zürcher Chaosminuten, die schlimmer wurden, je länger das Spiel dauerte. Und mitten in dieser Unordnung gelang der Sittener Siegestreffer. Warum und wie? Yakin könnte es nicht gleichgültiger sein.

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