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Warum der FCZ ein neues Stadion braucht
Die Zürcher Turboponys galoppieren durch Luzern

Der FCZ wird für sein mutiges Offensivspiel belohnt

Er war anfangs ganz ernst, analytisch, Hekuran Kryeziu, der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Zürcher – Kryeziu sprach vom «Glück», nach vier sieglosen Spielen in der Meisterschaft wieder einmal gewonnen zu haben. Dann lächelte er aber doch noch, ganz allmählich weiteten sich seine Lippen und liessen erahnen, wie zufrieden man bei den Zürchern war, diesen Vorsprung dieses Mal nicht verspielt zu haben. Das war ihnen gegen Thun und YB passiert.

Sie hätten in der Halbzeit «rund zehn Minuten» darüber gesprochen, sagte Kryeziu, sie wollten nicht wieder in dieses Fahrwasser geraten. Nun, es passierte nicht. Der FC Zürich gab die Halbzeit-Führung diesmal nicht her, mehr noch: Er baute sie auf eindrückliche Art und Weise aus. Das war vielleicht das Wertvollste an diesem Erfolg.

Lob für Khelifi

Die Flügelzange mit Salim Khelifi und Benjamin Kololli bereitete nach 70 Minuten mustergültig zwei wichtige Tore vor – der Luzerner Goalie David Zibung sprach später von «den Turboponys», sie galoppierten und galoppierten. Einmal traf ebendieser Kololli und das andere Mal Antonio Marchesano mit dem Kopf: 4:1, es war geschafft. Der FCZ-Trainer Ludovic Magnin erfreute sich ob eines «mutigen Auftritts», die fussballerische Entwicklung gefalle ihm und das alles geschehe mit einer gewissen Sicherheit. Magnin lobte Khelifi, der mit seiner Wendigkeit und seiner Lust am Dribbling überzeugt hatte. Wenn Khelifi weiterhin beherzige, mit Tempo und nicht an «Ort und Stelle» zu dribbeln, dann werde alles noch viel besser, sagte Magnin.

Das Spiel war ansehnlich und interessant – bis die Tordifferenz irgendwann zu gross wurde. Beide Mannschaften waren beseelt vom Gedanken, in der Offensive etwas zu bewegen. Nicht auf die gleiche Art und Weise, auch nicht mit der gleichen Qualität, aber der Wille war sowohl bei den Zürchern als auch bei den Luzernern zu spüren. Der FCL des Trainers René Weiler stand in der Defensive hoch, oft nicht weit weg von der Mittellinie, und versuchte, den FCZ in der Spielentwicklung zu stören; was manchmal besser, manchmal weniger gut gelang.

Es führte jedoch dazu, dass sich in der ersten Halbzeit eine Verdichtung ergab, so dass entscheidende Szenen sich überall auf dem Spielfeld ereignen konnten. Wie gelingt es, einen Spielzug zu kreieren oder einen Zweikampf zu gewinnen, um in einer nächsten Zone wieder öffnenden Raum vorzufinden? Das war die Frage, die sich in dieser Halbzeit alle Beteiligten zu stellen schienen. Bei der Antwort entschieden zu Beginn Details. Später nicht mehr. Als die Zürcher an den Luzernern vorbeigaloppierten.

Luzerner Defensivschwächen

Weiler sagte nach dem Spiel, er hätte ganz am Anfang gerne einen Penaltypfiff des Schiedsrichters gehört, um nicht «gefühlt immer im Rückstand zu sein». Aber der Pfiff kam nicht, und in der Folge fehlte den Luzernern zweimal die nötige Aggressivität im defensiven Verhalten, was der FCZ durch Toni Domgjoni und den schnellen Stephen Odey zu Toren nützte – 0:1 und 1:2 nach knapp einer halben Stunde. Aber auch der FCZ zeigte nicht nur Stärken, er vergass sich in der Offensive. Der Verteidiger Kevin Rüegg verlor weit vorne den Ball, der FCL glich aus, 1:1 durch Blessing Eleke. Da schienen noch die Details zu entscheiden, da war man auf Augenhöhe. Das Gefühl war nicht von langer Dauer.

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