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Mehrheit der Zürcher ist für das neue Stadion
Nur ein bisschen Ärger

Die Captains von Zürich und St. Gallen leiden - einer freut sich am Ende

Nach dem Schlusspfiff schien es, als müsse sich Kevin Rüegg sammeln. Lange stand der Captain des FC Zürich mit gesenktem Kopf neben den Schiedsrichtern. Dann ging er ein paar Schritte, und erst dann kam es zum Handschlag mit Silvan Hefti, dem Captain des Gegners.

Ein schwieriger Match war es für beide gewesen. Für Rüegg, weil Hekuran Kryeziu gesperrt war und der 20-Jährige von der Position des rechten Verteidigers ins Mittelfeldzentrum rücken musste. Es verging nur gerade eine Viertelstunde, da erhielt Rüegg die gelbe Karte. Der Schiedsrichter hatte ein taktisches Foul gesehen. Als kurz nach der Pause auch Toni Domgjoni verwarnt wurde, durften sich die Zürcher Zentrumsspieler nicht mehr viel erlauben. Um einen Platzverweis kam Rüegg zwar knapp herum, aber das Spiel ging 2:3 verloren. Er sagte: «Wir wurden in der ersten Halbzeit bitter bestraft. Der FC St. Gallen war effizienter.»

Für Hefti war die Aufgabe heikel, weil die St. Galler am Sonntag mit dem Trainer Peter Zeidler in eine erste Krise zu schlittern drohten. Der Schock über die schwere Verletzung ihres besten Torschützen Cedric Itten schien sie wochenlang zu beschäftigen. Und Hefti, eben erst 21-jährig geworden, sollte eine Defensive stabilisieren, die eine gewisse Anfälligkeit entwickelte, vor allem, wenn der Gegner jeweils schnell auf Angriff umschaltete. Auch gegen den FCZ ging den St. Gallern längst nicht alles so locker von der Hand wie bei den drei Toren. Der engagierte Trainer war phasenweise so unzufrieden, dass er bei Temperaturen um den Gefrierpunkt seine Winterjacke enerviert auf die Ersatzbank warf. «Aber», so formulierte es der Mittelfeldspieler Vincent Sierro, «wir haben uns schlau angestellt und aus unseren Fehlern gelernt.»

Aus Sicht des FCZ war es eine vermeidbare Niederlage. Die Serie der seit dem 1. September anhaltenden Ungeschlagenheit hätte nach neun Partien nicht enden müssen. Vor dem 0:1 waren die Gäste selbstbewusst aufgetreten und mehrmals knapp an einem Torerfolg gescheitert. Der Trainer Ludovic Magnin haderte. Und dann kam dieser «wunderschöne Moment», wie ihn Magnin bezeichnete: Sierro nahm den Ball ein paar Meter vor dem Strafraum an und schlenzte ihn so platziert aufs Tor, dass er zwischen das Lattenkreuz und die rechte Hand des Goalies Yanick Brecher passte.

St. Gallen verdiente sich den Sieg aufgrund der Steigerung nach der Pause. Und Magnin sagte, nach dem 0:2 habe der FCZ Ordnung und Geduld verloren. Doch seinen Spielern machte er keinen Vorwurf. Die Einstellung nach dem Highlight gegen Leverkusen habe gestimmt. Die Zürcher steckten nie auf. Stephen Odey bereitete mit einem Sprint über sechzig Meter das 1:2 vor und erzielte in der Nachspielzeit das 2:3. Die Torausbeute ist nicht mehr das Problem.

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