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Der FCZ wird für sein mutiges Offensivspiel belohnt
Die Sensation verschlafen

Die Zürcher Turboponys galoppieren durch Luzern

Vielleicht denken einige Luzerner in der 90. Minute: Geht da noch etwas? Der FCL hat gegen den FCZ gerade zum zweiten Mal getroffen. Zwei Treffer in der Nachspielzeit braucht er jetzt noch für ein Remis. Das hat es im Fussball auch schon gegeben.

Geht da noch etwas? Nein, da geht nichts mehr. Ausser beim FC Zürich. Keine Minute brauchen die Zürcher, um aus zwei Toren Vorsprung wieder drei zu machen. Ceesay spurtet los, Winter läuft mit, Querpass, Tor, 5:2. Später wird David Zibung über die FCZ-Offensive sagen: «Vorne drin sind das alles Turboponys.» Der Luzerner Goalie ist beeindruckt vom Tempo der FCZ-ler an diesem Nachmittag. Und von deren Effizienz. «Ihnen ist in unserem Strafraum alles gelungen.» Die Statistik sagt: 7 FCZ-Schüsse flogen auf Zibungs Tor, 5 waren drin. Und der Goalie war stets chancenlos.

Glück bei Penaltyszenen

Der FCZ ist eine Wundertüte. In der Europa League spielt er ausgezeichnet, in drei Tagen tritt er in Leverkusen mit dem Punktemaximum zum vierten Match an. In der Meisterschaft aber mischt die Mannschaft zuletzt Gala und Leichtsinn, Übergänge fliessend. Gegen Xamax kann sie nicht gewinnen, gegen YB und Thun verspielt sie zwei Tore Vorsprung innert sechs beziehungsweise vier Minuten, in St. Gallen verliert sie. Macht 38 Tage ohne Sieg und jüngst acht Gegentore in drei Partien. Dann kommt Luzern.

Fünf Minuten dauert es vor gut 10000 Zuschauern, bis die Zürcher führen. Sie haben in ihrem Strafraum gerade ein Foul von Pa Modou an Schürpf ohne Penaltypfiff überstanden, als sie trotz Luzerner Pressing ihren eigenen Angriff mit sauberem Kurzpassspiel auslösen - praktisch alles mit einer Berührung gespielt. Trainer Magnin hat so viel Freude daran, dass er am Spielfeldrand begeistert in die Hände klatscht. Einige Sekunden später steht es 1:0. Domgjoni hat nach einem Doppelpass mit Khelifi in die hohe Ecke getroffen. Luzerns Trainer René Weiler sagt: «Dieser Angriff war hervorragend gespielt.»

«Bitter» findet Weiler das Endergebnis, fünf Gegentreffer zu Hause sind für ihn «viel zu viel». Er sagt aber auch: «Das Resultat spiegelt unsere Leistung in den ersten 55 Minuten nicht.» Weiler hat nicht unrecht.

Der FCZ ist trotzdem der richtige Sieger, das sieht auch Weiler so. Der FCZ hat aber auch Glück - bei einer zweiten Penaltysituation mit Schürpf, die Referee Hänni erneut zugunsten der Zürcher beurteilt. Und mit dem Spielverlauf. Kaum hat Luzern das 1:1 geschafft (22.), führt der FCZ wieder. Dieses Mal, weil Odey einfach an den Innenverteidigern Civkovic und Knezevic vorbeisprinten kann (27.).

Khelifi mit drei Assists

Qualitativ und spielerisch bietet der FCZ von allem ein bisschen mehr als Luzern. In der Defensive auch dank Goalie Brecher, der zwei-, dreimal hervorragend fliegt. Und in der Offensive dank Marchesano im Zentrum und den Turboponys: Khelifi rechts, Kololli links, Odey vorne. Später kommen von der Bank auch noch Winter und Ceesay dazu.

Der 24-jährige Khelifi, Schweizer mit tunesischen Wurzeln, bereitet die ersten drei Tore vor, Magnin ist angetan. Kololli und Marchesano entscheiden den Match mit einem Doppelschlag zum 3:1 und 4:1 (70./73.).

Luzern ist nun in Heimspielen dreimal in Folge ohne Punktgewinn geblieben, der FCZ hingegen hat mit dem ersten Liga-Sieg seit Ende September Rang 3 verteidigt und Fortschritte gezeigt. «Die fussballerische Entwicklung - die Sicherheit am Ball und der Mut, auch unter Druck zu kombinieren - freut mich», sagt Magnin, er warnt aber auch. «Jetzt nicht gleich euphorisch werden und denken, es sei schon alles gut. Wir können mehr.»

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