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180-Grad-Wandel des FCZ: Die Zürcher beweisen, dass eine alte Fussballweisheit ihre Daseins-Berechtigung hat!
Hekuran Kryeziu hat sich im FC Zürich prächtig eingelebt

Ein wilder Ritt, das nächste Talent und Fingerzeige für die nahe FCZ-Zukunft

Das wichtigste Resultat für den FC Zürich an diesem Wochen-ende ist ein fussballatypisches 54:46. Aber auch aus seinem 3:3 bei Neuenburg Xamax am Vorabend der Zustimmung der Zürcher Bevölkerung zum Hardturm-Projekt kann der FCZ einiges mitnehmen. Zum Beispiel, dass ein modernes Stadion noch lange kein Garant für eine goldene Zukunft sein muss.

Die Xamaxiens waren 2012 trotz ihrer neuen Maladière abgestürzt. Und jetzt, in ihrer ersten Spielzeit seit der Rückkehr in die Super League, haben sie den zweitschlechtesten Zuschauerschnitt der Liga. Bloss 4065 wollen die Partie gegen Zürich sehen. Und das, obwohl die Spiele von Xamax vieles sein mögen - aber sicher nicht langweilig.

Es ist auch an diesem Samstag ein wilder Ritt, den das Heimteam hinlegt. Und der FCZ hilft kräftig, damit der Abend sogar richtig spektakulär wird. Das fängt in der 21. Minute an, als Yanick Brecher einen vermeintlich harmlosen Schuss aus rund 25 Metern durch seine Hände und ins Tor gleiten sieht.

Der Captain spielt, als habe er schweres Fieber

Das mag unvorteilhaft aussehen. Aber der FCZ-Goalie ist nicht der Einzige, der an diesem Abend seine Probleme hat. Im Mittelfeld ist Victor Palsson laut seinem Trainer Ludovic Magnin zwar gesund ins Spiel gestiegen. Trotzdem spielt der Captain, als beeinträchtige schweres Fieber seine Wahrnehmung.

Auch darum tun sich die Zürcher eine Stunde lang extrem schwer. Wegen Palssons Totalausfall liegt es an den drei Innenverteidigern Nef, Bangura und Maxs, das Spiel auszulösen. Sie scheitern an der Aufgabe.

Aber auch das dürfen die Zürcher mitnehmen aus diesem Abend: Sie sind in der Lage, mitten im Spiel ihr System zu ihrem Vorteil zu wechseln. Die Partie scheint zwar schon entschieden, als sich Magnin durchringt, Palsson nach einer Stunde zu erlösen. Max Veloso hat 4 Minuten zuvor mit seinem zweiten Tor das 2:0 erzielt. Und diesmal ist es ein toll herausgespieltes.

Aber kaum spielt der FCZ mit Vierer- statt mit Dreierkette, kaum erhält der unsichtbare Stephen Odey im Sturm Unterstützung durch den aufrückenden Adrian Winter, da hat er plötzlich Zugriff zu Spiel und Gegner. Und Magnin darf mit Stolz festhalten: «Ich denke, ich habe das Spiel mit den Umstellungen gedreht.» Wobei es hilft, dass Hekuran Kryeziu in 3 Minuten zwei Weitschusstore zum 2:2 erzielt, die ihm eher nicht an jedem Abend genau so gelingen.

Ein 19-Jähriger hinten rechts und die Frage im Sturm

Es ist kein Zufall, dass es ein Mittelfeldspieler ist, der trifft. Stürmer Odey hat in dieser Saison Fortschritte gemacht. Trotzdem müsste der FCZ in der Winterpause daran denken, einen weiteren Angreifer zu verpflichten. Wenn Odey wie in Neuenburg keinen Raum erhält, um seinen Speed auszuspielen, wirkt der Zürcher Angriff lendenlahm.

Dafür können sich die Zürcher darüber freuen, dass ihr Nachwuchs zuverlässig Talente produziert, die auf höchster Stufe bestehen. Diesmal schickt Magnin Fabio Dixon für Captain Palsson aufs Feld. Der 19-jährige Rechtsverteidiger hat zuvor keine Sekunde im Profiteam gespielt. Und ist doch daran beteiligt, dass der FCZ plötzlich dominant auftritt und auch auf das 2:3 durch Charles-André Doudin in der 66. Minute reagiert.

Dixon ist es, der in der 75. Minute so gefoult wird, dass Benjamin Kololli per Elfmeter das 3:3 erzielen kann. Magnin kennt den Debütanten aus seiner Zeit als Nachwuchstrainer: «Ich weiss um seine Stärken und Schwächen.» Dieses Wissen ist der Grund, warum Magnin keine Angst verspürt, wenn er den nächsten Teeanger ins kalte Wasser der Super League wirft. Und warum er überhaupt erst zum Cheftrainer ernannt wurde.

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