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Nach den Fehlern das Derby
Der Bonus in Larnaka und die Gedanken an GC

Mit dem Kopf schon beim Derby

Ganz allein steht Ludovic Magnin in seiner Coachingzone, die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Er sieht gerade die letzten Sekunden von dem, was er später als die mit Abstand schlechteste Leistung seiner Mannschaft seit Februar bezeichnet. Nebenan hüpfen sie zu sechst vor ihrer Bank herum. Sie wollen den Abpfiff, der FC Zürich drückt noch ein letztes Mal. Doch dann ist die Partie vorbei, der FCZ verliert 1:2.

AEK Larnaca ist zwar bereits ausgeschieden, bevor das Spiel beginnt, schlägt aber den Zweiten der Gruppe. In einer Partie, die dem Rahmen entspricht. Da ist eine Mannschaft, die den Gruppensieg gerne nimmt, aber eigentlich schon im Soll ist. Da ist eine zweite Mannschaft, für die es um nichts mehr geht und die sich die Reise in die Schweiz wohl lieber gespart hätte, zu Hause in Zypern ist es etwa 20Grad wärmer als in Zürich.

Magnin schont Stammkräfte

Manchmal braucht es in einem Match eine missglückte Abwehraktion, um eine an spielerischen Glanzpunkten arme Partie zu beleben. Zweimal ist das gestern der Fall, zweimal im Strafraum des FCZ. Bei einem der ersten und einem der letzten Angriffe der Gäste. Nach 38 Minuten ist es Europa-League-Debütant Fabio Dixon, der eine Flanke nonchalant mit der Hacke klären will und am Ball vorbeispringt. Stürmer Giannou Apostolos muss nicht mal mehr schiessen, der Ball prallt von seinem Bein ins Tor. Den zweiten Gefallen macht den Zyprioten fünf Minuten vor Ende Captain Victor Palsson. Er steht nach einem Eckball zu weit weg, der eingewechselte Ivan Trickovski erzielt das Siegtor.

Schon vor dem Spiel hatte Trainer Magnin das Derby gegen die Grasshoppers vom Sonntag im Hinterkopf. Er verzichtet auf einige Stammkräfte. Hekuran Kryeziu ist nicht im Kader, Benjamin Kololli sitzt auf der Bank. Dafür spielt Dixon, 19 Jahre jung ist er. Das Spiel gegen Larnaca ist nur das zweitwichtigste der Woche. «Ja, vielleicht waren wir mit dem Kopf schon zu fest beim Sonntag», sagt Selim Khelifi zum Spiel, in dem er mit dem 1:1 den einzigen FCZ-Glanzpunkt setzt.

Neue Spieler, neues System

Die Teams passen sich dem tristen Ambiente im Letzigrund von Beginn weg an. Angriffe oder Versuche, solche zu gestalten, enden irgendwo zwischen den beiden Strafräumen. Am Ende der ersten Halbzeit stehen darum auch mehr Gelbe Karten als Torschüsse in der Statistik: vier. Das reicht den Zyprioten aber, um in Führung zu gehen. Weil Dixon am Ball vorbeispringt.

Magnin reagiert, indem er einem zweiten jungen Mann sein Debüt ermöglicht. Bledian Krasniqi kommt für Antonio Marchesano. Er hat Jahrgang 2001 und hat noch nie für die Profimannschaft des FC Zürich gespielt. Mit dem Wechsel kommt ein neues System. Dixon rückt aus der Abwehr eine Linie nach vorne, Mirlind Kryeziu darf wieder Innenverteidiger spielen, zuvor ersetzte er den verletzten Jagne Pa Modou auf der linken Seite.

Der FCZ wird mit Abschlüssen von Domgjoni, Kryeziu und Krasniqi gefährlicher, aber mit der Dreierabwehr offener. Er hat zuerst Glück, dass er nach 57 Minuten nicht 0:2 zurückliegt. Die Gäste ihrerseits werden ruppiger und kommen mit viel Wohlwollen des Schiedsrichters Eskow um eine Rote Karte herum. Ein Foul ermöglicht dann eben diesen Glanzpunkt von Khelifi. Herrlich anzusehen ist sein Freistosstor zum Ausgleich. Viel Freude kommt beim Torschützen nicht auf, weil das Unentschieden nur elf Minuten hält. Und auch als er erfährt, dass Leader Leverkusen nur Unentschieden spielte, bessert sich Khelifis Laune nicht. «Wenn wir so spielen wie heute, haben wir keine Chance auf den Gruppensieg.»

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