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«Die Saison kann auch in der Sackgasse enden»
Der FCZ spielt peinlich und gewinnt trotzdem

Adrian Winter verhindert im Cup eine Blamage des FC Zürich

Der FC Zürich ist, wie erwartet, Halbfinalist. Er kann wie im vergangenen Jahr Cup-Sieger werden. Aber im Viertelfinal gegen den Challenge-League-Klub Kriens spielte er schwach. Er musste froh sein, dass er dank einem Tor von Adrian Winter in der 82. Minute nicht in die Verlängerung gezwungen wurde. Der FCZ-Trainer Ludovic Magnin, in diesem Moment ganz Realist, sagte danach kaum hörbar: «Ich habe meine Stimme verloren – und das ist eine gute Zusammenfassung des Spiels.» Sein Team habe «so viele Fehler gemacht, wie ich in zehn Jahren als Trainer, auch bei den Junioren, noch nie gesehen habe». Also bleibe ihm nur festzustellen: «Wir sind glücklich, dass wir weiter sind – die bessere Mannschaft war nicht der FCZ.»

Nach gut einer Viertelstunde war die Welt des FCZ noch in Ordnung gewesen. Dies schienen zumindest die Spieler zu glauben. Sie waren gegen den Aussenseiter schnell zur ersten guten Chance und darauf zum 1:0 gekommen. Ein Heber von Toni Domgjoni aus dem Mittelfeld hatte gereicht, um die Krienser Abwehr auszuhebeln. Salim Khelifi erlief den Ball und lupfte ihn ungestört über den Torhüter Sebastian Osigwe.

Sehr befremdlich

Nach einer halben Stunde war dieses erste Bild schon leicht retuschiert, später noch viel stärker. Der FCZ liess nach dem Tor bald nach. Als Erster schien es der Präsident Ancillo Canepa festzustellen, er stand auf der Tartanbahn, kopfschüttelnd. Später wurde der Trainer Magnin lauter. Andris Vanins, der Zürcher Cup-Torhüter, vermochte einen ersten Kopfball Saleh Chihadehs gerade noch an die Latte zu lenken – den zweiten aber nicht mehr. Es war schon sehr befremdlich, wie allein Chihadeh sechs Meter vor dem Tor Nico Siegrists Eckball verwerten durfte. Genauso wie er kurz darauf, in der letzten Szene vor der Pause, allein auf Vanins zulaufen konnte. Zu dessen Glück schoss er den Ball an den Pfosten.

Chihadeh ist ein in der Schweiz aufgewachsener Palästinenser, der Ende 2018 in der palästinensischen Nationalmannschaft schnupperte und mit ihr nach China flog. Siegrist, im Hauptberuf Sekundarlehrer, ist der Topskorer der Challenge League, bis anhin an 21 von 31 Krienser Meisterschaftstoren beteiligt. Um diesen beiden und ihren vorwiegend verteidigenden Kollegen besser entgegenzuwirken, wechselte Magnin zur Pause zweimal aus. Hekuran Kryeziu sollte dem Mittelfeld, Assan Ceesay dem Angriff mehr Schwung geben.

Aber längst war es ein Spiel, das die in der Challenge League bekannten Qualitäten der Krienser zeigte. Sie sind eine sogenannte Auswärtsmannschaft, gegen die schwierig zu spielen ist, vor allem, wenn ein Team nicht fähig ist, mit einem Vorsprung seriös umzugehen. Daheim haben die Krienser erst eines von elf Ligaspielen gewonnen, aber auswärts haben sie eben auch nur zwei verloren. Im Letzigrund waren sie jedenfalls weiterhin gut genug, den FCZ an den Rand einer Niederlage zu drängen, die als sehr peinlich zu werten gewesen wäre.

Auf Sicherheit bedacht

Die Zürcher mochten mit Fortdauer der Partie mehr laufen, sie wirkten kämpferischer, aber von Stilsicherheit, von einer klaren Linie war weiterhin wenig zu erkennen. Auch wenn Ceesay mit einem Pfostenschuss Pech hatte und eine Abwehr des Krienser Verteidigers Nikola Mijatovic mit einem Handspenalty hätte bestraft werden können – es blieb beim Gesamteindruck einer schwachen Vorstellung des Favoriten, der doch das Saisonziel hat, wieder Cup-Sieger zu werden. Die Krienser hatten mehr Chancen, das 2:1 zu erzielen. Wie Magnin die Dinge einstufte, nachdem dieses Tor doch noch für den FCZ gefallen war, zeigte diese Handlung: Er ersetzte sofort den Stürmer Stephen Odey durch den Verteidiger Andreas Maxsö. Der Trainer hatte längst erkannt, in welcher Gefahr sich der FCZ an diesem Abend befand – und das gegen einen Abstiegskandidaten aus der Challenge League.

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