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Der FC Zürich geht im Nebel von St. Gallen unter
Der nächste Anlauf für den FC Zürich

Als der FCZ auftaut, ist das Spiel vorbei

Es gibt Spiele, in denen ist nicht einmal ein erzieltes Tor Grund zur Freude. Ja, so einen Auftritt zog der FC Zürich gestern beim FC St. Gallen ein. Und so hätte Stephen Odey den Sprint vielleicht lieber sein lassen, der ihn zum 1:3 trug. Denn gleich darauf musste sich der Nigerianer mit Schmerzen im Oberschenkel auswechseln lassen. Nun muss der FCZ also eine Woche vor dem grossen Heimauftritt gegen die SSC Napoli auch noch um seinen besten Stürmer bangen. Als ob der Abend nicht so schon bitter genug gewesen wäre.

«Zum Vergessen», das war die ehrliche Wertung, die Marco Schönbächler dem ersten Pflichtspiel seiner Zürcher im Jahr 2019 verpasste. Und wenn der Offensivspieler danach feststellte, der Gegner habe «den Sieg mehr gewollt als wir», dann ist sehr viel über die Leistung des FCZ gesagt.

Gut, die ersten Minuten spielte er vielleicht noch so, wie er sich das in der Winterpause vorgenommen hatte. Mit Ballbesitz, mit einem aktiven Schönbächler, der wieder eine ernsthafte Alternative darstellt für seinen Trainer Ludovic Magnin.

Wie ein schlechtes Soufflé

Aber dann brauchte es nur eine Szene, damit der FCZ in sich zusammenfiel wie ein Soufflé, das ein unbedarfter Bäcker direkt aus dem Ofen in den knackig kalten Kybunpark gestellt hatte. Eben noch waren die Zürcher am gegnerischen Strafraum gewesen, da entwischte ihnen Simone Rapp. Der Stürmer rumpelte sich erst gegen Andreas Maxs durch, fiel dann in Yanick Brecher - und traf schliesslich am Boden liegend irgendwie zum 1:0.

Es ist Brecher anzurechnen, dass er nach der kuriosen Szene gar nicht erst nach einer Ausrede suchte. Sein Trainer mochte an der Seitenlinie noch so sehr seine Variante des Rumpelstilzchens darbieten, der FCZ-Goalie stellte trocken fest: «Er trifft mich im Fallen mit dem Fuss im Gesicht. Aber unbestritten: Da muss man kein Foul geben.»

Magnin bezahlte die Rechnung für seinen offensiv zum Ausdruck gebrachten Missmut nach der Pause, als er auf die Tribüne geschickt wurde. Und danach bemerkte: «Ich hätte es in dieser Saison sicher ein paarmal verdient gehabt, da muss ich ehrlich sein. Aber heute verstehe ich es nicht so richtig.»

So jedenfalls musste er unmittelbar nach seinem Platzverweis zuschauen, wie sich seine Spieler auskontern liessen wie unbedarfte Teenager. Das 2:0 in der 55. Minute muss ihm vorgekommen sein wie blanker Hohn, weil das Team scheinbar alles vergessen hatte, woran im Trainingslager gearbeitet worden war: «Balleroberung, Umschaltspiel, taktische Fouls - all das wollten wir verbessern. Nichts ist uns heute gelungen.»

Rapp: St. Gallen statt FCZ

Dass es wieder Rapp war, muss zusätzliches Salz in Zürcher Wunden sein. Schliesslich hatte sich der FCZ im Winter ebenfalls kurz überlegt, den Stürmer aus Lausanne zu holen, dann aber auf den Transfer verzichtet.

So war es schwierig, dem Abend aus Zürcher Sicht etwas Positives abzugewinnen. Viel zu spät testete der FCZ die St. Galler Abwehr, in der mit Leonidas Stergiou ein 16-Jähriger (!) ein ansprechendes Debüt gab.

Immerhin, Linksverteidiger Levan Kharabadze, im Winter aus Georgien geholt, deutete sein offensives Potenzial an (und seinen Hang zum Hochrisikospiel am eigenen Strafraum). Aber wer zum Jahresauftakt so spielt wie der FCZ, muss sich an kleinen Dingen aufrichten.

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