DE FR EN
Plötzlich lockt für den FC Zürich wieder Europa
Sein Doppelpack kaschiert vieles

Befreit ins Rennen um den Europacup

Wenn etwas diesen FC Zürich in der laufenden Saison nicht auszeichnet, ist es die Offensive. Bescheidene 39 Tore hatte er vor gestern Abend in der Liga erzielt, das ist gerade mal ein klitze kleines Bisschen mehr als ein Treffer pro Spiel. Nur Stadionmitbewohner und Absteiger GC steht in der Super League noch schlechter da.

Und dann kam der Mittwochabend. Eine halbe Stunde war gespielt, da erzielte Benjamin Kololli an seinem 27. Geburtstag das 1:0 vom Elfmeterpunkt, Assan Ceesay war vom Thuner Nicola Sutter gefoult worden. Vier Minuten später erhöhte Stephen Odey mit einem Abstauber auf 2:0 und wiederum eine Minute danach Ceesay per Kopfball auf 3:0. Ein wenig täuschten diese Treffer über die Qualität einer Partie hinweg, die vor offiziell 8727 Zuschauerinnen über weite Strecken von Ungenauigkeiten und Mittelfeldaktionen geprägt war. Aber zumindest ebneten diese fünf furiosen Minuten den Weg zum 3:0-Sieg des FCZ gegen den Tabellendritten aus dem Berner Oberland.

Dritter Erfolg in vier Spielen

Dessen Trainer Marc Schneider hatte bei der Besetzung seiner Startelf keine Anstalten gemacht, auf den Cupfinal gegen den FC Basel Rücksicht zu nehmen, und seine bestmögliche Elf auf den Platz geschickt. Am Sonntag spielen die Berner Oberländer um den ersten Titel der Vereinsgeschichte, was sie allerdings mehr zu lähmen als zu beflügeln schien. Abgesehen von ein paar Halbchancen lief beim Tabellendritten wenig zusammen.

Der FC Zürich hingegen macht immer mehr den Eindruck, als habe ihn das Ausscheiden im K.-o.-Wettbewerb befreit. Seit der Niederlage im Halbfinal gegen Basel erspielte er sich den dritten Sieg in den letzten vier Partien, allesamt gegen direkte Konkurrenten in diesem Mittelfeld, das eines der engsten aller Top-20-Ligen Europas ist. Zuerst gewannen die Zürcher im Letzi grund gegen den FC Sion und zuletzt auswärts gegen Neuchâtel Xamax. Und jetzt, bei der Rückkehr Ludovic Magnins, der zuletzt gesperrt von seinem Assistenten René van Eck vertreten worden war und im Vergleich zum Erfolg gegen Xamax zwei Veränderungen in der Startelf vorgenommen hatte, nahmen sie die Hürde Thun und haben gleich viele Punkte wie der Tabellendritte.

Vor allem aber sind die Zürcher vom Abstiegskampf befreit worden, weil der Tabellenneunte Xamax in Sion gleichzeitig verloren hat und den FCZ in den verbleibenden zwei Runden nicht mehr einholen kann. Für Magnin ist das eine «Riesen-Erleichterung», und der Trainer nimmt «die grosse Erfahrung mit, eine Mannschaft in einer Krisensituation gecoacht zu haben».

Die Absurdität dieser Liga

Nach 34 Runden belegen die Zürcher also Rang vier, würden aber heute Abend von dieser Position verdrängt werden, wenn es im Spiel Lugano gegen St. Gallen einen Sieger gibt.

In einer Woche spielt der FCZ auswärts gegen Luzern und zum Saisonende im Letzigrund gegen St. Gallen. Ausgeschieden im Cup und losgelöst vom Druck des Abstiegskampfs, kann die Truppe um Magnin befreit um einen europäischen Platz spielen. Oder wie es der Trainer ausdrückt: «Wir sind back in the game und können wieder nach oben schauen.»

Und wenn es die Konstellation will, dann liegt sogar die direkte Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase drin: Dafür müsste Basel den Cup gewinnen und der FC Zürich die Meisterschaft als Dritter abschliessen.

Es gehört zu den Absurditäten dieser Liga, dass eine Mannschaft, die zuletzt im Abstiegskampf war, plötzlich um einen direkten Platz in einer europäischen Gruppenphase spielt.

News

Weg von den Teddybären

Weg von den Teddybären

Das 2:1 im Cup über die Black Stars bringt kaum Ruhe. Aber Magnin hat einen Plan.

Beruhigungsmittel für den FC Zürich – 2:1-Sieg gegen St. Gallen

Beruhigungsmittel für den FC Zürich – 2:1-Sieg gegen St. Gallen

Nach einer wochenlangen Fahrt durch die Wüste siegt die Mannschaft von Trainer Ludovic Magnin gegen den FC St. Gallen 2:1. Sie erkämpft sich Wettkampfglück, verhindert den schlechtesten Saisonstart seit 2012 und schiebt unangenehme Debatten zur Seite, die gedroht hatten.

Der FCZ kann doch noch gewinnen

Der FCZ kann doch noch gewinnen

Erstmals seit Mai holen die Zürcher in der Super League drei Punkte - und können dank des 2:1 gegen St. Gallen den letzten Tabellenplatz abgeben. In den Schlussminuten brauchen sie dafür wiederholt Paraden von Yanick Brecher.

Alle News
Anzeige