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Sein Doppelpack kaschiert vieles
Der FCZ bezwingt Xamax auswärts 2:1 – und gewinnt wichtige Punkte im Abstiegskampf

Der Abstiegsangst getrotzt

Da stand er, gross und von hagerem Wuchs, die Arme verschränkt. Thomas Bickel, Sportchef des FC Zürich. Es war Halbzeitpause im Spiel gegen Xamax, und Bickel schaute von der Tribüne auf den leeren Rasen. Minutenlang. In seinem Blick lag das Leidvolle und Melancholische, das ihn stets begleitet. Nur war es noch ein bisschen leidvoller und melancholischer.

Bickel hat eine Hälfte und einen Fussball gesehen, der den FCZ bereits monatelang begleitet. Uninspiriert, ideenlos, und je länger das Spiel dauerte: verkrampft, angespannt, nervös. Die Abstiegsangst hat sich in den Körper von Bickels Mannschaft geschlichen. Sie war gegen einen auf dem Papier schlechteren Gegner schlechter. Und es kam noch schlimmer. Xamax schoss in der zweiten Hälfte bald ein Tor, weil Maxsö im dümmsten Moment ausrutschte.

Bickel nennt darum das aktuelle Leistungsvermögen des FCZ «labil». Es ist eine ehrliche wie zutreffende Bezeichnung. Es gibt im Zürcher Spiel gelungene Momente und nette Kombinationen. Doch sie werden deutlich überschattet von Fehlern und seltsamem Auftreten. Benjamin Kololli ist dafür das beste Beispiel. Er wurde in dieser Saison geholt als Unterschiedmacher. Das war er aber nur in der ersten Saisonhälfte, nun ist er vor allem ein Händeverwerfer und Fehlpassgeber.

Rüegg, der Held

Dass Bickels Blick nach dem Spiel trotzdem von Zuversicht und Glück geprägt war, hat mit einem tatsächlichen Unterschiedmacher zu tun: Kevin Rüegg, der 20-jährige Captain. Er drehte das Spiel in der 77. und 84. Minute mit überlegten Schüssen und sorgte dafür, dass der FCZ Xamax etwas distanzieren kann.

Das ist eine der positiven Nachrichten, die der FCZ aus Neuenburg mitnimmt. Ebenfalls zeigt sich, dass der eingewechselte und bullige Stürmer Yann Kasai dem eher schmächtigen Angriff guttut. Er gibt dem umstrittenen Stürmerkollegen Assan Ceesay die Möglichkeit, auf die Seiten auszuweichen, was diesem entgegenkommt. Und drittens: Der FCZ kann nun gar mit dem Europacup liebäugeln, zwei Punkte noch beträgt der Rückstand auf den Vierten, St. Gallen. Doch die Abstiegsangst steckt noch immer etwas in den Zürcher Körpern. Noch will niemand etwas davon wissen.

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