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Der FCZ will sein wahres Ich zeigen
Der FCZ in Bern auf emotionaler Achterbahnfahrt

Der Ärger des FCZ-Trainers Magnin nach dem 0:2 gegen YB

Wer wissen will, was man tun muss, um im Stade de Suisse gegen ein durch Absenzen spielerisch geschwächtes YB zu verlieren, dem seien zwei Szenen in der 56. und der 57. Minute zum Studium empfohlen: Die Berner Spieler Gregory Wüthrich und Sandro Lauper vertändelten einen Ball und leiteten so eine Konterchance für den FC Zürich ein. Antonio Marchesano lief mit dem Ball am Fuss Richtung Strafraum, es hätte sich daraus die Chance zum 1:1 ergeben können – eine exzellente Möglichkeit auch, die ernüchternde Niederlage im Letzigrund in der Europa League gegen Napoli (1:3) mit einem spielerischen Erfolgserlebnis ad acta zu legen.

Aber die Zürcher schaffen es nicht, den frei stehenden Stürmer Assan Ceesay ausfindig zu machen. Ballverlust Salim Khelifi, dann YB mit dem Lehrbeispiel, wie man eine solche Szene erfolgreich gestaltet. Tempo Teufel, Roger Assalé auf Jean-Pierre Nsame, Querpass durch den Strafraum auf Nicolas Moumi Ngamaleu: 2:0. Ende der Vorstellung für die Zürcher.

Fehlende Konzentration

Rund zehn Minuten vorher hatte der FCZ nicht die nötige Konzentration aufgebracht, dieses Mal im eigenen Strafraum. Thorsten Schick trat einen Eckball, Christian Fassnacht war mit dem Kopf zur Stelle. Die defensive Unachtsamkeit regte den FCZ-Trainer Ludovic Magnin «brutal» auf. Es sei sowieso schwierig, in Bern zu bestehen, «aber so . . .». Eine Eins-zu-eins-Situation sei das gewesen, der Verantwortliche, man tippt auf den Innenverteidiger Umaru Bangura, dürfte noch ein unangenehmes Vier-Augen-Gespräch mit dem Trainer vor sich haben.

Den Young Boys genügte es, die Kadenz nach der Pause zu erhöhen, um die ebenfalls ersatzgeschwächten Zürcher in Verlegenheit zu bringen. Der FCZ-Goalie Yannick Brecher hatte recht mit seiner Aussage, dass Marchesano nach 34 Minuten alleine vor dem YB-Goalie David von Ballmoos die Führung hätte erzielen müssen, «dann wäre vieles anders gekommen». Kann sein, vielleicht aber auch nicht. Und Brecher gab zu bedenken, dass die Niederlage gegen Napoli doch «ein wenig tiefer» gegangen sei als andere Rückschläge.

Beschädigtes Selbstverständnis

Womöglich war das ganze Drum und Dran mitverantwortlich dafür, dass die Köpfe der Zürcher nicht ganz wach waren in den entscheidenden Szenen. Oder aber die Art und Weise des Verlierens hat das Selbstverständnis beschädigt. Magnin sah gegen YB «eine Leistungssteigerung, ein anderes Gesicht», das sei gut und wesentlich. Aber eben, dieses 0:1 . . . Magnin begann sich wieder zu ärgern.

Erstaunlich war, was der Kopfballtorschütze Fassnacht erzählte. Man sei mit der ersten Halbzeit unzufrieden gewesen und habe sich in der Pause «in die Augen geschaut». Keine Tiefe im Spiel, wenig Aggressivität, kein Speed. Der Trainer habe den Spielern Zeit zur Selbstreflexion gelassen und erst dann ein paar Worte gesprochen. Die Berner sind auch bezüglich Selbstregulation auf meisterlichem Niveau.

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