Dummheiten und das gequälte Lächeln
Der FCZ bleibt in Luzern ohne Gegentor – und sieht sich wieder in der Opferrolle

Der FC Zürich kassiert gegen den FC Sion eine unmögliche Niederlage

Es dauerte 70 Minuten, bis die Massierung von Durchschnitt und Biederkeit und Langeweile im Tourbillon-Stadion in Sitten aufgebrochen wurde. In der 70. Minute durfte Benjamin Kololli für den FC Zürich einen Penalty schiessen. Kololli hätte zum 2:1 treffen und den Match gegen den FC Sion vorentscheiden können. Doch er traf den Pfosten, und der Abend nahm eine wilde Wende.

Der FC Zürich verlor gegen den FC Sion 1:3. Er verlor einen Match, den er nie hätte verlieren dürfen. Im Anschluss an den Penalty wurde der Sittener Ayoub Abdellaoui mit der zweiten gelben Karte des Feldes verwiesen. Dem FC Zürich stand alles offen. Doch wie der Walliser Abendhimmel plötzlich einen Feuerglanz erhielt, entzündete sich für den FC Sion der Match. Der FCZ-Aussenverteidiger Lewan Charabadse drosch in der 81. Minute einen Ball ohne jede Not in Richtung eigenes Tor und verursachte einen Eckball. Aus diesem entstanden ein Gewusel und das 2:1 für den FC Sion durch Pajtim Kasami. Drei Minuten später traf Kasami erneut.

Fehlende Leadership

Der FCZ-Goalie Yanick Brecher sprach nach dem Spiel von «viel Dummheit und unerklärlichen Anfängerfehlern». Tatsächlich erstaunte der FCZ in der Schlussphase mit einer eigenartigen Naivität. Da fehlten Klarheit, Konzentration und Widerstandswille. Da fehlte ein Spieler, der das Team geführt, gelenkt und angestachelt hätte. Der hätte Einfluss nehmen können auf die psychische Konstitution seiner Mitspieler, das Team war urplötzlich arg fragil.

Denis Popovic ist im Mittelfeld die neue Schaltstelle, doch er ringt mit sich selber und der fehlenden Spritzigkeit. Brecher war an den Gegentoren schuldlos, doch es misslingt ihm auch, das Team mit ausserordentlichen Paraden im Spiel zu halten und seinen Status als Captain zu legitimieren. Der FC Sion hatte im gesamten Spiel nur eine herausgespielte Torchance, doch Brecher kassierte drei Goals.

Und da war die Szene des verschossenen Penaltys, die etwas aussagt über die fehlende Leadership im FC Zürich: Mit Kololli war ein Spieler angetreten, der kurz zuvor eingewechselt worden war, der mit negativer Körpersprache auffiel und dem die Bindung ans Spiel völlig fehlte.

Magnin: «Die Klappe halten und arbeiten»

Der FCZ-Sportchef Thomas Bickel sprach nach dem Match von einer verpassten Chance, «das Spiel in der ersten Halbzeit zu entscheiden». Nach zehn guten Minuten des FC Sion zum Start und der Führung durch ein wunderschönes und ungewolltes Weitschusstor von Ermir Lenjani riss der FC Zürich das Spiel an sich. Er kombinierte schnell, presste aktiv und verunsicherte die Sittener Dreierabwehr mehrfach mit Vertikalpässen in die Spitze.

Der Ausgleich durch Mimoun Mahi war der Verdienst. Doch dann hätten die Zürcher nachlegen müssen, denn alles sprach für sie. Die Sittener waren verunsichert, gehemmt. Ihr Leader Valon Behrami spielte fahrig und wurde zur Pause mit einer Verletzung am Sprunggelenk ausgewechselt.

Mit drei Spielen mit nur einem Punkt und nur einem Tor hat der FC Zürich die neue Saison begonnen, wie er die alte beendete: mit schlechten Resultaten, vielen offenen Fragen und einer grossen Unsicherheit. Der Trainer Ludovic Magnin sagte nach dem Spiel: «Es gibt nichts schönzureden. Wir müssen jetzt die Klappe halten und arbeiten.»

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