Nach fast 600 Profi-Spielen ist Schluss: Alain Nef tritt zurück
Europa ist wieder weit weg für den FCZ

Der FC Zürich verspielt den dritten Platz

In der 87. Minute hatten sie in Luzern sogar noch Zeit für eine kleine Feier. Der FCL-Trainer Thomas Häberli wechselte den langjährigen Captain Claudio Lustenberger ein, es war dessen letztes Heimspiel. Lustenberger bekam seine wohl letzten Minuten als Profifussballer, er genoss sie. Aber dass er seinen Abschied feiern konnte, das war den Zürchern zu verdanken. Denn hätten sie in den 87 Minuten zuvor mehr Widerstand geleistet – Lustenberger wäre kaum eingewechselt worden. Aber die Zürcher hatten keinen Widerstand geleistet. Sie verloren 0:3.

Es war eine verheissungsvolle Ausgangslage gewesen für den FCZ: ein Sieg, und der dritte Schlussrang, die direkte Qualifikation für die Europa League, hätte sich in Reichweite befunden. Vor kurzem steckte der Klub noch in der Krise, die Barrage drohte, und nun hatte er sich angeschlichen an diesen dritten Platz wie ein Apfeldieb. Die Chance auf die Eu­ropa League war da, der FCZ brauchte sie nur noch zu pflücken. Er pflückte sie nicht. Es brauchte keine ausserordentliche Leistung der Luzerner, um den FC Zürich daran zu hindern. Es reichte ein solider Auftritt, die robusten Luzerner liefen die Gegenspieler an, unermüdlich bis zum Schluss. Die Zürcher Defensive war anfällig und überfordert.

Aber die Zürcher hatten auch Pech. Schon nach acht Minuten musste der Stürmer Assan Ceesay wegen Muskelproblemen vom Feld, der Trainer Magnin ersetzte ihn mangels Alternativen durch den wenig überzeugenden Yann Kasai. Nach rund einer halben Stunde nahm Magnin den Verteidiger Mirlind Kryeziu aus dem Spiel, und der Coach stellte in der Verteidigung von einer Dreier- auf eine Viererkette um. Doch da führte Luzern bereits mit 2:0. «Ich muss die ersten dreissig Minuten verdauen», sagte Magnin, er sei enttäuscht, seinen Spielern habe wohl die Spannung gefehlt.

Zwischen Platz 8 und dem Europacup

Der FCZ kann es von Rang 8 aus noch immer in den Europacup schaffen, der Vierte und Fünfte spielen in der Eu­ropa-League-Qualifikation. Den dritten Platz aber hat der FCZ am Mittwoch faktisch verspielt. Zwar kann er ihn rechnerisch noch erreichen, aber das Torverhältnis spricht gegen den FC Zürich. Dabei wollten die Zürcher Anfang Saison eigentlich die dritte Kraft sein im Schweizer Fussball. Jetzt sagt Magnin: «Wir klammern uns an jeden Strohhalm.» Am Samstag empfängt sein Team St. Gallen.

Die Luzerner hingegen profitieren von der momentanen Beliebigkeit der Super-League-Tabelle. Weil Lugano ge­gen Xamax 1:1 spielte, stehen sie eine Runde vor Schluss auf dem dritten Platz. Als das Resultat aus Neuenburg in Lu­zern eingeblendet wurde, jubelten die Fans. Die Europa League ist nah. Sechsmal ist der FCL in diesem Jahrtausend schon in der Europacup-Qualifikation gescheitert, teilweise kläglich, es ist ein Luzerner Trauma. Das oftmalige Versagen war so traumatisch, dass der Trainer Häberli kürzlich erklärte, er habe gar keine Lust auf die Qualifikation. Häberli korrigierte sich später, in den Europacup wolle er schon. Jetzt könnte es gelingen – ohne Qualifikation. Es wären willkommene Millionen für den klammen Klub, 3,3 Millionen Franken gibt es für die Europa-League-Teilnahme. Ein Sieg am Samstag gegen YB, und die Luzerner haben ihr Trauma überwunden.

News

Basel gewinnt 4:0 und zeigt dem FC Zürich die Grenzen auf

Basel gewinnt 4:0 und zeigt dem FC Zürich die Grenzen auf

Nach dem Remis von YB und der Niederlage Sittens ist der FC Basel mit drei Punkten Vorsprung alleiniger Leader. Gegen den desolaten FCZ genügt den Baslern eine solide Vorstellung.

Nur noch desolat

Nur noch desolat

Der FC Zürich zerfällt in Basel in seine Einzelteile und kann froh sein, dass er mit einem 0:4 davonkommt - in dieser Verfassung ist er ein Abstiegskandidat.

Der FCZ siegt dank Debütantentoren

Der FCZ siegt dank Debütantentoren

Simon Sohm und Aiyegun Tosin schiessen beim 2:0-Heimsieg gegen den FC Thun ihre ersten Super-League-Treffer. Die Berner Oberländer müssen 70 Minuten lang in Unterzahl spielen.

Magnins Rat bringt Tosin gleich das erste Tor

Magnins Rat bringt Tosin gleich das erste Tor

Die Zürcher schlagen Thun 2:0. Auch weil der Videoschiedsrichter das Spiel früh in ihre Richtung lenkt.

Alle News
Anzeige