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Der Ärger des FCZ-Trainers Magnin nach dem 0:2 gegen YB
YB mit Glücksgefühlen - der FCZ mit der Wut

Der FCZ in Bern auf emotionaler Achterbahnfahrt

Zuerst zählte Ludovic Magnin auf, was sein FCZ im Stade de Suisse gegen YB richtig gemacht hatte. Er berichtete von einer «deutlichen Steigerung» gegenüber dem Napoli-Spiel in der Europa League am Donnerstag und sah «eine gute Leistung» in den ersten 45 Minuten.

Eigentlich hörte sich das nach einem ganz zufriedenen Trainer an. Das war er dann aber doch nicht, weil er sich auch mit dem befassen musste, was sich in der zweiten Halbzeit zutrug, vor allem in der 48. Minute. Corner YB, Kopftor Christian Fassnacht - so einfach kamen die Berner zum Tor, so einfach liessen sich die Zürcher übertölpeln.

«Das regt mich brutal auf», sagte Magnin und schimpfte, das sei nicht akzeptabel: Mehrmals habe er darauf hingewiesen, dass YB in solchen Situationen gefährlich sei, 19-mal seien sie in dieser Saison nach einem stehenden Ball schon erfolgreich gewesen. «Wenn du in Bern etwas holen willst», fügte er an, «darfst du dir diesen Fehler schlicht nicht erlauben.» Umaru Bangura hätte aufpassen müssen, war aber nicht bereit - und Magnin in Rage. Das gehörte zur emotionalen Achterbahnfahrt, die er an diesem Nachmittag vor wunderbarer Kulisse mitmachte.

Es war nicht so, dass sich der Gegner bis zur Pause in unwiderstehlicher Verfassung präsentiert hatte, im Gegenteil. YB war pomadig, fehlerhaft, und es wäre zu einfach, das mit den Absenzen von Guillaume Hoarau, Kevin Mbabu und Miralem Sulejmani zu erklären.

Bei Hälfte des Pensums sassen die Spieler in der Kabine, schauten sich gegenseitig an, «und jeder wusste: Das ist nicht das YB, das man kennt. Wir müssen das ändern.» So schilderte das Fassnacht hinterher. Und was machten er und seine Kollegen? Sie spielten einfach besser. Wie auf Knopfdruck kehrte das Selbstverständnis zurück.

Yanick Brechers Paraden

Als das 1:0 gefallen war, liess das 2:0 nicht lange auf sich warten. Steve von Bergen hatte Glück, dass seine Intervention gegen Salim Khelifi nicht als Foul taxiert wurde. Und dann ging alles sehr schnell und mit hoher Präzision, es entstand ein Angriff, bei dem die Young Boys die gewohnte Zielstrebigkeit zeigten: Roger Assalé, Jean-Pierre Nsame, Moumi Ngamaleu, 2:0. Das hiess auch: Sieg Nummer 18. Und: weiter 19 Punkte vor Basel.

Der FCZ, bei dem der von Marseille ausgeliehene Grégory Sertic ein ordentliches Debüt gab, war nicht mehr zu einer Reaktion fähig. Er hatte es Yanick Brecher zu verdanken, dass er um eine höhere Niederlage herumkam. Gegen Napoli hatte der Goalie noch mit einem groben Lapsus den ersten Gegentreffer zu verantworten, nun fiel er mit gelungenen Paraden auf. «Ja, das Resultat hätte am Ende deutlicher ausfallen können», sagte Magnin, «und trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung: Wir hätten hier etwas holen können.»

Er dachte an die vorzügliche Chance von Antonio Marchesano, der nach 33 Minuten in bester Position an YB-Torhüter David von Ballmoos scheiterte. Und er dachte - klar - an das erste Gegentor. Den Ärger darüber nahm er mit auf den Heimweg.

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