Der Abstiegsangst getrotzt
Eine wundersame Wende

Der FCZ bezwingt Xamax auswärts 2:1 – und gewinnt wichtige Punkte im Abstiegskampf

Die Frage nach dem Führungstreffer der Neuenburger war: Kann dieser FCZ reagieren, kann er sich wehren? Er konnte es tatsächlich und zeigte jene Widerstandskraft, die man in jüngster Vergangenheit oft vermisst hatte. Ausgerechnet von Kevin Rüegg, diesem jungen Captain. Er musste dieses Mal innerhalb des Spiels selbst die Position wechseln und traf – im Mittelfeld spielend – zweimal mit satten Schüssen im Strafraum.

Ausgerechnet Rüegg, weil er so viele Male in dieser Saison nicht immer ohne Kritik auf unterschiedliche Positionen geschoben wurde. Und nie murrte. Die Positionswechsel seien «immer zum Wohle der Mannschaft», wie der Trainer Magnin immer wieder betonte, auch wenn das dem Spieler nicht immer behage. Schon lange musste es Rüegg und dieser Mannschaft nicht mehr so wohl gewesen sein wie nach diesem Comeback in Form dieser zwei vielleicht existenziellen Tore.

Die Abwesenden haben nicht immer unrecht. Zürichs gesperrter Trainer Ludovic Magnin prognostizierte «eine nervöse, hartnäckige Auseinandersetzung». So kam es dann auch in diesem Spiel zu einer Art Existenzkampf über die Frage, wer in der Liga verbleiben darf. Xamax hat unter dem Trainer Stéphane Henchoz viel Naivität abgelegt. Alles was sein Team tut, wirkt konzentriert und zielgerichtet, angereichert mit einer nüchternen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Aber dieses Mal mit «Fehlern in der Verteidigung, die man so nicht machen darf», sagte Henchoz nach dem Spiel. Die Möglichkeiten der Neuenburger waren gegen den FCZ noch eingeschränkter, da der Abwehrspieler Djuric und der Stürmer Nuzzolo (14 Tore, 14 Assists) gesperrt waren.

Es war eine zähe Angelegenheit. Die Zürcher leugneten nicht, auch dieses Mal mit spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen zu wollen. Sie griffen an und sahen sich der Zweikampfhärte und dem Konterwillen der Neuenburger ausgesetzt. Kololli spielte vorerst als zweiter Stürmer, der Captain Rüegg vorerst seitlich rechts vor der Dreier-Abwehr. Vorerst. Vor dieser Wende. Es war höchste Zeit für den FCZ, ein positives Zeichen zu setzen nach den Schwierigkeiten in den vergangenen Monaten.

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