Der FC Zürich kassiert gegen den FC Sion eine unmögliche Niederlage
Der FCZ kämpft mit sich und der Welt

Der FCZ bleibt in Luzern ohne Gegentor – und sieht sich wieder in der Opferrolle

Die Partie war schon vorbei, als zum letzten Mal Hände verworfen und Köpfe geschüttelt wurden, und noch einmal versammelte sich eine Traube von FCZ-Spielern um den Schiedsrichter Stephan Klossner. Die Zürcher wollten ein letztes Mal mit ihm diskutieren, sie fühlten sich ungerecht behandelt. Gerade hatten sie in Luzern 0:0 gespielt. Es war eine Partie, die schwach begann und in der zweiten Halbzeit immer besser wurde.

Magnin beruhigt

Die Zürcher waren nicht weit weg vom Sieg: Marco Schönbächler traf die Latte, der Luzerner Goalie Marius Müller rettete zweimal. Die Zürcher waren nicht weit weg von der Niederlage: Auch der Luzerner Lazar Cirkovic traf die Latte, auch der FCZ-Goalie Yanick Brecher parierte kurz vor Schluss stark. Zudem hätte ein Ballverlust Benjamin Kolollis im Mittelfeld fast zum Rückstand geführt – Marvin Schulz schoss übers Tor.

«Ich bin beruhigt, nachdem ich das heute gesehen habe», sagte der FCZ-Trainer Ludovic Magnin, «darauf kann man aufbauen.» Nach dem verpatzten ersten Saisonspiel, dem 0:4 gegen Lugano, waren die Bewertungen in den Medien ungewöhnlich streng gewesen – der FCZ geniesst gerade wenig Kredit, weil das letzte wirklich gute Spiel dieser Mannschaft nicht Wochen, sondern bereits Monate zurückliegt. Magnin sprach von «einem Druck», der auf der Mannschaft gelastet habe.

Das sah man den Spielern an, wie sie in der ersten Halbzeit lamentierten und Bälle wegschlugen. Es scheint, als habe sich in diese Mannschaft eine Hektik eingeschlichen, die Magnin ihr auch in der Sommerpause nicht austreiben konnte. «Wir brauchen etwas, das uns Sicherheit gibt», sagte Schönbächler. Er zweifelte an einigen Entscheidungen des Schiedsrichters, er sagte nach dem Spiel, man könne als Spieler nicht alles hinnehmen. Auch Magnin liess durchblicken, dass er nicht zufrieden war mit der Spielleitung: Erst wollte er nicht über den Schiedsrichter reden, sagte dann aber doch, er habe Verständnis für die Spieler, sie seien gut gewesen und von einer «dritten Person» ausgebremst worden. Der FCZ ist wieder dort, wo er sich letzte Saison eingenistet hatte: in der Opferrolle.

Wuchtige Luzerner

Dabei zeigte das Spiel in Luzern auch, dass diese Zürcher durchaus gefallen können. Schönbächlers Lattenschuss aus 30 Metern Entfernung war spektakulär, der Zuzug Mimoun Mahi spielte von Anfang an, er ist vielleicht nicht gerade ein zweiter Yassine Chikhaoui, aber zumindest ein technisch begabter, wirbliger Offensivspieler. Und vor allem reagierten die Zürcher auf den schwachen Saisonstart, sie verteidigten sich gut gegen wuchtige Luzerner, sie wollten unbedingt ein Gegentor verhindern, und es gelang.

Magnin schien sich während des Spiels Mühe zu geben, nicht mehr ganz so eruptiv zu coachen wie in der vergangenen Saison. Der vierte Offizielle, Alessandro Dudic, stand wie ein Bodyguard neben der Zürcher Coaching-Zone, Magnin diskutierte zwar gelegentlich mit Dudic, manchmal schimpfte er auch, einmal forderte er den Videobeweis. Dann lächelte er wieder und wirkte fast resigniert, wie einer, der die Welt gegen sich hat.

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