Aus dem FC Zürich wird man derzeit nicht schlau – Favre ist weit weg
Leiden mit Ancillo Canepa

Der FCZ hilft sich und GC mit einem Doppelschlag

Der Schrei war bis unters Dach der Haupttribüne zu hören. Und später sagte Ludovic Magnin: «Wenn du in eine Negativspirale kommst, bleibt dir nicht viel Zeit. Es wird immer schwieriger, wieder rauszukommen.»

Sein FCZ steckte in einer Negativspirale. Zumindest bis gestern. Nur zwei Spiele hatte er seit Anfang November in der Meisterschaft gewonnen. Zweimal gegen GC, den ersten Abstiegskandidaten. Gestern kam ein dritter Sieg dazu. Gegen Xamax, den zweiten Abstiegskandidaten. Das war für den FCZ wichtig. Bei einer Niederlage hätte er sich mit dem Abstiegskampf befassen müssen. Jetzt steht er wieder elf Punkte über der gefährlichen Zone und kann an den Europacup denken. Deshalb des Trainers Schrei der Erleichterung gleich nach Spielschluss.

Der FC Zürich musste sich diesen Erfolg erarbeiten, erkämpfen, erzwingen. Er litt unter der frühen Verletzung von Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu, der einen Schlag in den Rücken erhielt und heute Montag genauer untersucht wird. Er fand kaum einen Weg, sein Spiel zu entwickeln gegen ein Xamax, das erstens mit hohem personellem Einsatz verteidigte. Und das zweitens offensiv zwar auch nicht die grossen Szenen hatte, aber doch lange Zeit gefährlicher wirkte mit dem schnellen Pululu und dem wirbligen Nuzzolo.

«Da ist gar nichts gegangen»

Goalie Yanick Brecher fasste die schwache Phase vor der Pause so zusammen: «Da ist bei uns gar nichts gegangen.» Magnin ärgerte sich, dass der Ausfall Kryezius derartige Auswirkungen hatte, und freute sich nur, mit 0:0 in die Halbzeit gekommen zu sein.

In der Pause griff der Trainer ein. Er beorderte Rüegg ins Mittelfeld neben Sertic. Mit diesem Duo funktionierte der FCZ bald besser – aber nicht sofort. Zuerst geriet er nach einem doppelten Fehler Charabadses in Rückstand. Der georgische Linksverteidiger (19) wehrte einen Ball ungenügend ab und sah dann gegen Nuzzolo (35) alt aus, Di Nardo musste nur noch vollenden.

Der FC Zürich kann aufgrund der jüngsten Wochen nicht voller Selbstvertrauen auftreten. Umso bemerkenswerter ist es, wie das Team auf den Rückstand reagierte. Es schuftete sich bei fiesem Wind und Wetter in die Partie, übernahm die Kontrolle, erspielte sich Chancen und belohnte sich mit einem Doppelschlag. Zuerst traf Kololli (73.). Drei Minuten später bereitete er das 2:1 durch Odey vor.

Für den nigerianischen Stürmer war es der erste Treffer nach acht erfolglosen Wettbewerbsspielen. Für Benjamin Kololli war es die Fortsetzung seines jungen Höhenfluges, er hatte vor einer Woche beim 2:2 in Thun beide FCZ-Tore erzielt. «Wenn er Selbstvertrauen hat, sieht man, was für ein Spieler er ist», lobte Magnin. Mit 9 Treffern ist der 26-Jährige erfolgreichster FCZTorschütze in der Liga. Er beschert mit seinem Auftritt nicht nur seiner Mannschaft entspannte Tage während der Nationalteam-Pause. Er macht auch dem Stadtrivalen ein Geschenk. Xamax bleibt für GC in Reichweite.

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