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Adrian Winter verhindert im Cup eine Blamage des FC Zürich
Der SC Kriens wehrt sich gegen die Zwänge des Profifussballs – aber geht das überhaupt?

Der FCZ spielt peinlich und gewinnt trotzdem

Eines unterschied Adrian Winter von den meisten seiner Teamkollegen. Der FCZ-Stürmer hatte im ganzen Spiel wenigstens eine gute Szene. Es war in der 85. Minute, als er vom Ausrutscher Mijatovics profitierte und zum Abschluss kam. Mit dem ersten Schuss blieb Winter zwar noch an Kriens-Verteidiger Fanger hängen. Mit dem zweiten aber traf er ins Netz. 2:1. Schmach abgewendet. Wenigstens das. Doch richtig glücklich konnte beim Cupsieger der vergangenen Saison auch damit niemand sein. Präsident Ancillo Canepa sah noch immer so aus, als hätte er gerade in eine Zitrone gebissen. Ludovic Magnin sagte später: «Wir haben 15 Minuten gut gespielt. Danach habe ich von meiner Mannschaft keinen Fussball mehr gesehen.» Es sei klar, dass sie in ihrer aktuellen Lage unter Druck stünden, hatte der FCZ-Trainer vor dem Match erklärt. Sein Team steht in der Liga zwar auf Rang 4, das klingt nicht schlecht. Allerdings hat der FCZ seit dem 2. Dezember von neun Spielen nur eines gewinnen können. Da kam der Gegner aus der Challenge League gerade richtig, um erstens die Bilanz etwas aufzupolieren. Und zweitens die Serie im Cup auszubauen. Oder nicht? Nun ja. Der FCZ startete ziemlich standesgemäss. Er hatte zwei Abschlussmöglichkeiten durch Kololli schon in den ersten 120 Sekunden. Er war auch danach überlegen. Dazu hatte er auch noch Glück,weil er ein Stossen von Verteidiger Bangura gegen Kriens-Stürmer Chihadeh ohne Penalty überstand. Und nach einer Viertelstunde führte er 1:0. Domgjoni schlug den Ball wunderbar in die Tiefe, Khelifi vollendete mit einem Lob über Goalie Osigwe.

Der FCZ so schwach wie nie

Und dann? Dann wurde der FCZ nicht noch dominanter. Sondern praktisch von Minute zu Minute schlechter, bis es kurz vor der Pause für ihn schon fast peinlich wurde und das Publikum mit Pfiffen reagierte. Magnin kommentierte später: «Wir haben so viele Fehler gemacht, wie ich es in meinen zehn Jahren als Trainer inklusive Juniorenzeit noch nie gesehen habe.» Kriens war dem 1:1 zum ersten Mal nahe gekommen, als Saleh Chihadeh köpfelte und FCZGoalie Vanins an die Latte lenkte. Es war erstaunlich, wie einfach sich der unterklassige Gegner immer wieder Chancen erspielen konnte. Oft genügte eine Flanke oder ein Pass in die Tiefe, um im Zürcher Strafraum Unruhe auszulösen. FCZ-Präsident Ancillo Canepa tigerte immer nervöser rund um die Spielerbank, dazwischen flüsterte er Trainer Ludovic Magnin auch einmal ins Ohr. Und auf dem Rasen war es immer wieder der grösstenteils in der Schweiz aufgewachsene Palästinenser Chihadeh, der zu Chancen kam. Der 24-Jährige zwang Vanins zu einer weiteren Parade (33.). Er traf in der 44. Minute zum längst verdienten Ausgleich für die Krienser. Und er konnte wenige Sekunden vor der Pause noch einmal ganz allein losstürmen, traf aber nur den Pfosten.

Kriens verpasst Führung

Magnin brachte mit Hekuran Kryeziu und Ceesay für die zweite Halbzeit frische Kräfte. Aber das Spiel ging gleich weiter. Der FCZ patzte mit schlechten Zuspielen und Stellungsfehlern in Serie. Und Kriens war deutlich besser. Chihadeh prüfte Vanins, Mijatovic versuchte sich mit einem Seitfall- und Wiget mit einem Fallrückzieher. Wiget war es auch, der in der 65. Minute bei einem Kopfball völlig freistand, das Tor aber verfehlte. Es hätte das 2:1 oder gar schon das 3:1 für die Krienser sein müssen. Der FCZ hingegen hatte kaum eine gute Szene in der zweiten Halbzeit – abgesehen von Ceesays Pfostenschuss. Und Winters Tor, das die Chance auf den vierten Cupsieg seit 2014 leben lässt. Im Halbfinal empfängt der FCZ Ende April Basel. Was für ein grosser Lohn für diese kleine Leistung.

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