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Der neue wilde Kerl
GC belohnt sich im Zürcher Derby gegen den FCZ schlecht

Der FCZ und seine Georgier

Irgendwie kommt einem die Geschichte bekannt vor. Ein junger Georgier wechselt zum FC Zürich, er spricht nur georgisch und russisch, weder die Teamkollegen noch die Trainer können sich mit ihm unterhalten. Es ist die Geschichte von Levan Kharabadze, 19-jährig, Aussenverteidiger mit Vorwärtsdrang, der am Samstag bei seinem Debüt im Derby bereits in der siebenten Minute das erste Tor für sein neues Team erzielte.

Es ist aber auch die Geschichte von Lado Akhalaia, der 2005 als 22-Jähriger nach Zürich kam. Akhalaia hatte die schönste Topffrisur, die man sich vorstellen kann, umschattete Augen, und er ist eine Legende der Vereinsgeschichte. Nicht wegen seiner Leistung; der Stürmer spielte in neun Monaten zehn Mal und erzielte ein Tor. Doch Akhalaia schaffte es, die Anhänger monatelang in Atem zu halten, ohne je etwas zu sagen. Anfangs hielten es die Fans ja tatsächlich für möglich, dass er die lang ersehnte Transferbombe war. Doch schon die Reise ins Trainingslager in Spanien gestaltete sich schwierig: Visumprobleme.

Dann wurde Akhalaia der Reisepass gestohlen, schliesslich war auch noch das Flugzeug defekt. Es folgte die erste von zahlreichen Verletzungen. Kaum genesen, musste er nach Tbilissi reisen, weil seine Mutter und seine Tochter in einen Autounfall verwickelt waren. Zurück in Zürich, wurde Akhalaia mit Vorwürfen konfrontiert, in einen Wettbetrug im Uefa-Cup-Spiel Dinamo Tbilissi gegen Panionios Athen verwickelt zu sein.

Man konnte verstehen, dass das alles etwas viel war für den jungen Mann. Um ihm das Leben in seiner Wohnung in Oerlikon leichter zu machen, wurde eine Cousine aus Georgien eingeflogen. Akhalaias Frau hielt sich derweil offenbar für einen Sprachaufenthalt in den USA auf. Im September 2005 verschwand Akhalaia. Er hatte sich von niemandem verabschiedet, geschweige denn den Vertrag aufgelöst. Die Cousine, so hörte man im Nachhinein, sei vielleicht gar keine Cousine gewesen. Vieles deutete auf amouröse Verwicklungen hin. Wer will, kann Lado bis heute zuprosten: Sein Bild hängt immer noch in einer Zürcher Bar.

Die Hoffnungen, die in Akhalaia gesetzt wurden, hatten viel mit seinem georgischen Landsmann Gocha Jamarauli zu tun. Jamarauli, «Zaubermaus» genannt, war von 1999 bis 2002 im FCZ. Der Mittelfeldspieler, der immer aussah, als habe er Zahnweh, war unglaublich begabt. Und unfassbar launisch. Mit seiner phlegmatischen Art, die man ihm umso weniger verzieh, als man sein Talent verraten sah, trieb er die Trainer in den Wahnsinn. Jamarauli sprach eigentlich nicht, er konnte kein Wort Deutsch, trotzdem ist von ihm der Satz überliefert: «Ich höre nicht auf Gress.» Man kann sich vorstellen, dass es wenig gibt, was Gilbert Gress mehr ärgert.

Und jetzt also Levan Kharabadze. Der Start war gut. Wir sind gespannt.

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