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Der FCZ-Trainer Magnin und Luzern-Coach Häberli nerven sich
Der FCZ hofft auf die Zukunft, Luzern auch

Die Aktion Rüberschaukeln scheitert

Ludovic Magnin fehlt die Gabe, seinen Zorn zu verstecken. Gleichwohl weiss er um Sinn und Zweck sprachlicher Etikette. Im Leben als Fussballtrainer muss das zwangsläufig zu inneren Konflikten führen. Weil Magnin zudem auch das Talent abgeht, die Bewältigung dieser Konflikte für sich zu behalten, kann man ihm immer wieder zuschauen, wie er nette und weniger nette Worte gegeneinander abwägt.

Eine solche Gelegenheit bietet sich auch nach dem Spiel gegen Luzern. Der FCZ führt und kassiert ein spätes Gegentor: 1:1. Das ist natürlich ärgerlich für einen Fussballtrainer, der auf Siege angewiesen ist. Magnin spürt Frust in sich, Zorn auch. Die Kraftausdrücke liegen auf der Zunge bereit, wollen ausgesprochen werden. Aber eben: die Etikette. So ringt sich der FCZ-Trainer zu einem «es nervt» hinunter.

Magnin nervt das Resultat, das Gegentor, die Unfähigkeit zu gewinnen - und das Unvermögen, mit dem FCZ aus dem Mittelmass zu kommen. Er wollte endlich mal ein Spiel «rüberschaukeln», so sagt er das. Unspektakulär, solid, auch mal dreckig. Magnin hat darum erfahrene Spieler aufgestellt, Bangura, Maxsö, Sertic und Kryeziu. Leute wie gemacht zum Rüberschaukeln. Fussballer auch, die ein Spiel verwalten und ihm den Fluss nehmen können.

Khelifis Linsenprobleme

Es läuft alles nach Plan, die Aktion Rüberschaukeln kommt früh zum Zug, die Fraktion Rüberschaukeln darf sich beweisen, weil Salim Khelifi nach 8 Minuten einen Freistoss aus 17 Metern tritt. Er macht das so meisterhaft, dass der Ball via Lattenunterkante den Weg ins Tor findet.

Es ist ein Tor mit Folgen. Der FCZ wird passiv und Khelifi verliert beim Jubeln die Kontaktlinse im rechten Auge. Nach 25 Minuten schlechter Sicht ist Ersatz organisiert, ein Handy dient als Spiegel, Khelifi montiert die Sehhilfe am Spielfeldrand.

Der FC Zürich überlässt den Luzernern das Spiel, beinahe schon mit einer Aufforderung: Kommt, zeigt, was ihr könnt! Nun, die Luzerner können gerade eher wenig, ihr ehemaliger Trainer René Weiler hat sie vor Wochen als «durchschnittliche Fussballer» bezeichnet. Er war womöglich nur ehrlich. Denn wenn durchschnittliche Fussballer ohne Selbstvertrauen Fussball spielen, dann sieht es wohl genau so aus. Kaum Kombinationen, kaum Chancen. Der neue Trainer Thomas Häberli hat Arbeit vor sich.

Der FCZ wiederum verfällt in den Hang, hohe Bälle zu spielen, und vergisst, dass das Kopfballspiel nicht zu den eigenen Stärken gehört, sondern zu jenen der Zentralschweizer. Fünf Luzerner seien grösser als 1,90 Meter hat Magnin vor dem Spiel gewarnt. Die Warnung findet nur nicht den Weg aufs Fussballfeld. Die Duelle in der Luft gehen meist verloren, der Spielfluss irgendwann auch.

Manchmal aber entstehen Kombinationen, die den Ball zügig nach vorn tragen. Meist dann, wenn Grégory Sertic involviert ist. Die Leihe aus Bordeaux nimmt der Mannschaft im Zentrum die Hektik und schenkt ihr mit seinem Spiel Zeit. Und er spielt den Ball flach. Magnin mag das. Was er nicht mag, schreit er aufs Feld, immer wieder. Ihm missfällt, dass Sertic regelmässig auf die Seiten ausweicht. Dem FCZ kommt zudem zugute, dass der lange verletzte Captain Kevin Rüegg wieder mitspielt und auf seiner rechten Seite mit guten Szenen glänzt.

Dass die Aktion Rüberschaukeln trotzdem scheitert, liegt an zwei Dingen. Erstens vergeben Ceesay und Kololli eine grosse Doppelchance. Zweitens erweist sich Magnins Warnung als selbst erfüllende Prophezeiung. Der FCL schiesst ein Tor, natürlich nach einem hohen Ball.

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