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Europa League: Napoli belebt sich mit der Hilfe des FC Zürich
Eine Nummer zu klein

Die seltsame Tradition des FC Zürich: Goaliefehler auf der grossen Bühne

Als Yanick Brecher wie ein Maikäfer auf dem Rücken lag, Arme und Beine weit von sich gestreckt, schien er sich für seinen Fehler zu schämen. Der Goalie hatte bisher den Ruf, ein sehr ordentlicher Fussballer zu sein. Aber in dieser 12. Minute verhielt er sich mit den Füssen so ungeschickt, dass er nur noch zu bedauern war. Es stand zwar bloss 0:1, und es war nur ein einziger Fehler von sehr vielen Fehlern dieser Zürcher Mannschaft. Aber dieser eine von Brecher weckte böse Erinnerung an frühere Zeiten.

Vielleicht ist es nur ein schicksalshafter Zufall, aber wenn der FC Zürich europäisch spielt, steht am nächsten Tag in den Zeitungen immer wieder einmal etwas Schlechtes über seine Torhüter. Beim FCZ ist es ja so: An die meisten seiner Goalies hat man sich in den letzten Jahren nach einer gewissen Zeit einfach gewöhnt. Sie sind meistens weder auffallend gut noch besonders schlecht. Aber auf der grossen Bühne erinnert man sich manchmal an ihr spektakuläres Versagen. 2009, in der Qualifikation zur Champions League gegen Maribor, liess Andrea Guatelli trotz seinen Prankenhänden einen Ball fallen. Sonst hielt er im ganzen Spiel keinen einzigen Schuss, und dieser eine Fehler sollte seine ganze Karriere beim FC Zürich ruinieren. Wie ein Stück Fleisch hätten sie ihn fallenlassen, sagte Guatelli später.

Ein paar Monate später spielte Zürich gegen Real Madrid, und Johnny Leoni war der nächste Beklagenswerte. Ronaldo erzielte zwei Freistosstore; Einen Ball konnte Leoni nur noch ins eigene Netzdach abwehren. Das sah etwas seltsam aus, und danach gab es diese merkwürdige Debatte, ob Ronaldos Freistösse grundsätzlich unhaltbar seien und Leoni ein guter Keeper. Als Ronaldo am Abend den Letzigrund verliess, sagte er noch: «Euer Goalie hat ziemlich schlecht ausgesehen, oder?»

Brecher wird wegen seines Fehlers nicht zerbrechen wie Guatelli. Und er wird sich nicht verspotten lassen müssen wie Leoni. Brecher ist talentierter als die beiden, auch wenn er am Donnerstag die gleiche Erfahrung machen musste.

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