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Nef und Barnetta ohne Happy End in die Pension
Nach fast 600 Profi-Spielen ist Schluss: Alain Nef tritt zurück

Er darf nicht mehr spielen

Am Mittwochabend hatte Thomas Bickel noch so getan, als ob nichts entschieden wäre. Alain Nef werde sicher beim FCZ bleiben, erklärte der Sportchef nach dem 0:3 in Luzern. «Als Spieler oder in einer anderen Funktion, das lasse ich noch offen.»

Bickel sagte nur die halbe Wahrheit. Die FCZ-Führung hatte zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden, dass es für Nef keinen neuen Vertrag als Spieler gibt. Am Donnerstag verschickte der Club eine Mitteilung: «Alain Nef beendet aktive Profikarriere.» Der Spieler erhält stattdessen eine Anstellung im Bereich Talent- und Teammanagement.

Im Communiqué lässt der FCZ aus, weshalb er Nef nicht mehr als Fussballer beschäftigen will. Die Gründe reicht Bickel telefonisch nach: «Es war ein sportlicher Entscheid. Irgendeinmal ist die Karriere vorbei.»

Nef redete nicht öffentlich, der Club wollte das nicht. Der Verteidiger wird nur im Communiqué zitiert: «Ich hätte gerne noch eine Saison weitergespielt, und es war nicht einfach, den richtigen Zeitpunkt für mein Karrierenende zu finden.» Aus dem Umfeld des 37-Jährigen heisst es, es habe Nef schwer enttäuscht, dass er vom FCZ so lange nichts gehört habe und nun der Vertrag nicht verlängert werde.

Es ist schwierig, verdiente Profis ohne Nebengeräusche zu verabschieden, wenn sie weiterspielen würden. Es hat aber auch schon Clubs gegeben, die dieses Dilemma eleganter gelöst haben als der FCZ. Bickel sagt, der Verein habe den Entscheid auch deshalb lange offen gelassen, weil er zuerst seine Probleme im Abstiegskampf habe lösen müssen. «Wir haben uns den Entscheid nicht einfach gemacht. Doch nur aus Dankbarkeit können wir keine Verträge verlängern.»

Auch Pa Modou muss gehen

Sportlich mag der Entschluss der Clubleitung mit Ancillo und Heliane Canepa, Bickel und Trainer Ludovic Magnin nachvollziehbar sein. Doch Nefs Wert besteht nicht allein darin, was während den 90 Minuten passiert. Er ist ein FCZler durch und durch. Eine Identifikationsfigur, wie sie sich jeder Club wünschen muss. Und wie sie der FC Zürich jetzt nicht mehr bieten kann. Das muss nicht zum Problem werden. Kann es aber. Gerade jetzt, da sich die Mannschaft schwer tut, eine Identität zu finden. Neben Nef wird auch Pa Modou die Mannschaft verlassen. Der Vertrag des 29-jährigen Gambiers läuft nach zwei Jahren aus.

Bickel sagt, der Verein honoriere die Verdienste Nefs mit der weiterführenden Anstellung. Er kann aber auch dessen Enttäuschung über das Ende als Fussballer verstehen. «Er hat eine tiefe Verbundenheit mit dem Club. Klar, dass er nicht gerade Freudensprünge gemacht hat.»

14 Jahre hat Nef inklusive Juniorenzeit beim FC Zürich gespielt. Sein Debüt bei den Profis gab er 2001/2002, als der Trainer noch Georges Bregy hiess und der Manager Erich Vogel. Seinen grössten Moment erlebte er am 13. Mai 2006, der für den Club zum historischen Tag geworden ist. Nef bereitete das 1:0 Keitas vor. Und er war beteiligt am Angriff in der 93. Minute, der zum 2:1 und dem Meistertitel führte: Einwurf Nef, Flanke Stahel, Tor Filipescu. Diese Kombination kennt jeder FCZ-Anhänger auswendig.

Mit Nef geht auch die letzte mitspielende Erinnerung aus der Ära mit Trainer Lucien Favre. Es ist der zweite Abschied des 190 Zentimeter langen Recken. Unmittelbar nach dem Gewinn der Meisterschaft wechselte Nef zu Piacenza. Später spielte er auch in Udine, Huelva, Triest und bei YB. Im Herzen aber ist er immer Zürcher geblieben. In Wädenswil aufgewachsen, wohnt der zweifache Vater seit Jahren in Zürich.

2013 kehrte Nef zum FCZ zurück, wurde Captain und zum zweiten, dritten und vierten Mal Cupsieger. Nef stieg mit dem Club ab und wieder auf. Etwas anderes als den FC Zürich hätte er sich nicht mehr vorstellen können. Auch jetzt nicht. Ob er sich nun mit der neuen Aufgabe anfreunden kann, wie sie überhaupt genau aussieht, das muss noch festgelegt werden. Vorher hat Nef am Samstag noch einmal einen Auftritt im weissen Trikot. Gegen St. Gallen wird er für den FCZ seinen 337. Einsatz in einem Wettbewerbsspiel absolvieren.

Bickel fehlen die Worte, Magnin bleibt unumstritten

Am Mittwoch verspielte der FCZ die gute Ausgangslage im Kampf um den Europacup mit einem 0:3 in Luzern. «Mir fehlen schon ein wenig die Worte», sagte Sportchef Bickel nach dem schwachen Auftritt. Platz 3 und die direkte Qualifikation für die Europa League sind nun weit entfernt. «Wir verdienen das auch nicht nach so einem Auftritt», bemerkte Bickel. Für Rang 5 und die Europa-League-Qualifikation braucht der Club am Samstag einen Sieg gegen St. Gallen und fremde Hilfe. Mit der Kaderplanung für die kommende Saison hat Bickel schon begonnen, «auch als Reaktion auf die vergangenen Monate». Die Mängelliste sei lang, das Kollektiv funktioniere nicht, genauso wie die Organisation auf dem Rasen. Trainer Magnin bleibt trotzdem unumstritten. Bickel findet, Führung, Spieler und Trainer seien gemeinsam verantwortlich für die ungenügenden Resultate.

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