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Ravet läuft und leidet
Ein Trinkhorn voller Geschich te(n)

Gründe genug für zwei schlaflose Wochen

Das Schöne an Ludovic Magnin ist der hohe Unterhaltungswert. Wenn der Trainer des FC Zürich etwa die Leistung seiner Mannschaft beim 1:3 in St. Gallen analysiert, dann spricht er nicht nüchtern von Abstimmungsproblemen oder Lücken vor der Verteidigung. Er sagt dann so hübsche Sätze wie: «Ich habe die vierspurige Autobahn vor unserem Strafraum schon gesehen.» Oder: «Wir haben ohne Bremse vor unserer Abwehr gespielt.»

Das Problem von Ludovic Magnin ist: Es ist viel zu lange her, seit sein Team auf dem Feld ähnlich unterhaltsam aufgetreten ist, wie sein Trainer daneben. Vor der Winterpause war das recht einfach erklärt. Ausgelaugt wirkte das Team, das ganz offensichtlich nicht mit der Breite ausgestattet war, um in drei Wettbewerben konstant auf hohem Niveau auftreten zu können.

Müde dürften die Zürcher nach der Winterpause nicht mehr sein. Ausserdem sind sechs neue Spieler gekommen - bei vier Abgängen. Das sollte dem Kader mehr Tiefe geben. Und doch sind Baustellen geblieben. Dass das Team nach ein paar ansprechenden Minuten plötzlich in ein tiefes Loch fällt etwa. Oder auch die Liste der Verletzten, die einfach nicht kürzer wird.

In St. Gallen fehlte zum Beispiel Kevin Rüegg, obwohl er doch neu das Team als Captain aufs Feld führen soll. Aber der Aussenverteidiger hat in der Vorbereitung «eine dumme Bewegung» gemacht, wie es Magnin nennt. Seither schmerzt die alte Verletzung am Innenband im Knie wieder. «In nächster Zukunft» soll Rüegg wieder mittun, erklärt sein Trainer. Und fügt an: «Aber wir haben zum Jahresbeginn 8 Spiele in 25 Tagen. Was heisst da schon nahe Zukunft?» Ganz sicher bedeutet es nicht Samstag - gegen GC wird Rüegg fehlen. Möglich, dass er auch das Hinspiel in der Europa League gegen Napoli verpasst.

Eigentlich hatte sich der FCZ vorgenommen, mit einem guten Auftritt in St. Gallen den nötigen Schwung für das happige Startprogramm aufzunehmen. Aber dann quälten sich die Zürcher durch einen rätselhaft uninspirierten Auftritt, zu dem Magnin sagt: «Wenn ich schnell beunruhigt wäre, hätte ich Gründe genug, um zwei Wochen lang nicht mehr zu schlafen.»

Trotzdem wirkt der Romand vor dem Derby recht ausgeschlafen. Natürlich beschäftigt ihn, dass einige Offensivspieler am Mittwoch eine auffällige Unlust an der Rückwärtsbewegung an den Tag legten. Natürlich wäre er gegen GC lieber am Spielfeldrand, anstatt nach seinem Platzverweis von St. Gallen gesperrt auf der Tribüne zu sitzen.

Aber all das bringt seine positive Sicht der Welt nicht ins Wanken. Stattdessen bringt er dann doch noch einen Satz aus Tausendundeine Floskel: «Das Derby gibt uns die Möglichkeit, alles besser zu machen.» Und tatsächlich: Eine objektiv gute Nachricht kann er auch noch verkünden: Was bei Stürmer Nummer 1, Stephen Odey, am Mittwoch wie eine Zerrung aussah, dürfte bloss ein Krampf gewesen sein.

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