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YB mit Glücksgefühlen - der FCZ mit der Wut
Der FCZ hat Hemmungen

Magnin fehlt die Mayonnaise

Als vor dem Spiel der Assistent kam und sagte, dass er während des Einlaufens bei den Spielern eine noch nie gesehene Nervosität ausmache, fühlte Ludovic Magnin das Unheil kommen. Als er sah, wie seine Vorgaben eines mutigen Spiels und hohen Pressings nicht umgesetzt wurden, wusste er, es wird schwer. Und als die frühen Gegentore kamen, na ja, dann war das Spiel eigentlich schon gespielt. Seiner Mannschaft fehlten Mut, Kampf, Leidenschaft - alles Werkzeuge, um die Realität des Fussballs kurzfristig verschieben zu können.

Es ist darum das Warum, das Magnin am Tag nach dem 1:3 gegen Napoli beschäftigt. Und die Tatsache, dass er die Antwort nicht kennt. Er fragte seine Spieler, sie konnten ihm nicht helfen. Sportchef Thomas Bickel sagte nach dem Match, er habe vieles vermisst, vor allem habe er keine Mannschaft gesehen.

Magnin sagt dazu, dass solche Sätze oft einfach dahingesagt werden und ein einziges Spiel nicht den Charakter eines Teams ändere. Trotzdem vermisste auch er den nötigen Spirit. «Eine Mannschaft muss sich selbst regulieren», sagt er. Er will damit sagen, dass es jemanden brauche auf dem Feld, der den anderen sagt, was falsch läuft. Diesen Mann gibt es zur Zeit nicht. «Wir haben unser erstes richtiges Foul in der 24. Minute gemacht», sagt Magnin und schüttelt den Kopf. Zu lieb, der FCZ.

Er wird auch an Benjamin Kololli gedacht haben. Ein Mann der Härte gewöhnlich. Doch gegen Napoli half er dem Gegner selbst nach leichten Fouls auf die Beine und entschuldigte sich höflich - in der Super League: unvorstellbar. Kololli ist übrigens auch der Mann, der sein Panenka-Tor überschwänglich feierte. Auf dem Platz, auf Instagram. Trotz aussichtslosem Resultat.

Ein neuer Torjäger kommt

Durch die Niederlage muss der FCZ am Donnerstag im Rückspiel mindestens ein Remis holen, damit die Schweiz fünf Europacup-Plätze halten kann. Noch unmittelbarer ist das Spiel gegen YB von Sonntag. Hekuran Kryeziu und Kololli fehlen gesperrt.

Es wird daher wohl zum Debüt von Grégory Sertic kommen, dem Leihspieler aus Marseille. Magnin bemängelt die Hektik im Mittelfeld, es fehle die «Mayonnaise zwischen Angriff und Verteidigung». Der technisch begabte Franzose soll dem Zentrum mehr Ballsicherheit geben.

Den Angriff verstärkt ab kommender Saison der Marokkaner Mimoun Mahi. Der 24-Jährige vom FC Groningen, der auch den holländischen Pass besitzt, hat für drei Jahre unterschrieben. In der Eredivisie schoss er in 113 Spielen 35 Tore. Er sei ein «in vielerlei Hinsicht aussergewöhnlicher Fussballer», findet FCZ-Präsident Ancillo Canepa.

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