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Das Herz des FCZ schlägt wieder

Magnin und die blöden Fragen

Immer die gleichen Fragen. Ludovic Magnin muss sie sich immer wieder anhören - er ist ein Opfer des Misserfolgs. Wann wird es besser? Was sind die Gründe, dass es nicht klappt? Der FCZ-Trainer kann es nicht mehr hören, auch, weil er manchmal denkt, dass die Journalisten ein bisschen mehr mitdenken sollten. Das Problem nachvollziehen sollten. Ihn verstehen sollten. Denn es sei ja offensichtlich: Der FCZ habe seit dem Sommer viele neue Spieler. «Das braucht Zeit.» Und die Verletzungssorgen, die seien ja unübersehbar gewesen. Wie auch deren Folgen.

Knapp ein Monat ist vergangen, seit der FCZ sein letztes Ligaspiel gespielt und verloren hat. Es ist so einiges geschehen seit dem 0:4 gegen YB. Xherdan Shaqiri machte Theater, dann holte GC Fredy Bickel als Sportchef, worauf dieser Schlagzeilen machte und gegen seinen Ex-Club YB stänkerte. Zusammengefasst: Theater machten andere, nicht aber der FCZ. «Gut für uns», sagt Magnin, das nehme die Mannschaft aus den Schlagzeilen. Um sofort anzuführen, dass Kritik ihn eine Fussballerkarriere lang besser gemacht habe. Daraus sei bei ihm der Ansporn gewachsen, es allen zu zeigen. All diesen Leuten, die ihm das Zeug zum guten Fussballer absprechen wollten.

Den FCZ überliest er

Nun gibt es auch Menschen, die ihm das Zeug zum guten Trainer absprechen. Darunter sind auch Journalisten. Die «Aargauer Zeitung» schrieb, dass der Club den Trainer überschätzt habe, und fragte, ob Magnin das Team noch erreiche. Wieder so eine Frage. Magnin hat sie jedoch gar nicht mitbekommen. «Ich lese keine Zeitung. Das tut mir gut», sagt er und erzählt darauf, wie er sich ohne das Zeitunglesen über das Weltgeschehen informieren kann. Das geschieht via Fernsehen (der läuft bei ihm viel) und auf diesen Nachrichtenapps, die es heute gibt. Er hat sich dabei eine Strategie zurechtgelegt. Entdeckt er den Namen FCZ, scrollt er rasch weiter. «Dann kommt diese Negativität auch nicht an mich heran.» Aus den Augen, aus dem Sinn.

Trotzdem könnte man meinen, dass irgendwann die selbst erfahrenen Niederlagen und missglückten Dinge auf das Gemüt schlagen. Nicht bei Magnin, im Gegenteil. Der 40-Jährige ist voller Zuversicht, er holt sich diese aus dem Training, seiner täglichen Arbeit mit den Spielern. Die sei hervorragend. In den vergangenen Wochen hat er an der Defensive gearbeitet, dem FCZ-Trainer ist aufgefallen, dass seine Mannschaft derzeit «die Schiessbude der Liga» sei.

Tatsächlich sprechen die 14 Gegentore (Ligahöchstwert) für einigen Bedarf an Trainingsarbeit. Diese gelte es nun am Sonntag zu Hause gegen Thun umzusetzen. Denn auch Magnin weiss: «Fünf Punkte sehen nicht gut aus.» Fünf Punkte bedeuten Tabellenrang 8. Zu wenig. Wohl auch darum hat Magnin etwas Hilfe vom Verein bekommen, um den Weg aus der Tristesse zu finden. Drei neue Spieler hat der Club verpflichtet. Pa Modou hat im Cup gegen Wil bereits Spuren hinterlassen und das Siegtor geschossen. In der Offensive ergänzt der 21-jährige Tosin Aiyegun das Trio mit dem derzeit verletzten Assan Ceesay, dem bisher blassen Blaz Kramer und dem noch unerfahrenen Yann Kasai. Aiyegun sei sehr vielseitig, erzählt Magnin, «Er kann vorne überall spielen.» Auch die Mannschaftskollegen sind beeindruckt von den Fähigkeiten des Nigerianers, der wohl vorwiegend auf dem Flügel zum Einsatz kommt.

Bleibt noch Zugang Nummer drei. Vasilije Janjicic. Als 17-Jähriger verliess er 2016 den FCZ disharmonisch Richtung Hamburg, nun, drei Jahre später, wollte er unbedingt zum Stadtclub zurück. So erzählt das Magnin. «Er wird uns weiterhelfen.» Der Trainer sieht den 20-Jährigen als Zehner und sagt, dass dieser Transfer rein positionstechnisch nicht nötig gewesen sei, da es im zentralen Mittelfeld mit Popovic, Domgjoni, Aliu, Sohm, Kryieziu und Marchesano genügend Spieler gebe. Doch bei einem Spieler dieser Klasse, der ausschliesslich zum FCZ wollte, habe man zugreifen müssen. Schliesslich sei dieser «einer von uns». Janjicic ist in Schwamendingen aufgewachsen. Das kann das Einleben unterstützen. Gerade beim FCZ.

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