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Er darf nicht mehr spielen
Der FC Zürich verspielt den dritten Platz

Nach fast 600 Profi-Spielen ist Schluss: Alain Nef tritt zurück

«Noch einmal ein Einwurf für Zürich!» Der Satz des Fernsehreporters steht am Anfang der Aktion, die zum verrücktesten Meistertitel des FC Zürich führt. Und die Aktion steht am Anfang des Filmchens auf Facebook, das der FCZ Alain Nef zum Abschied mitgibt. Nef hat die Geschichte hundert Mal erzählt, wie er am 13. Mai 2006 im letzten Saisonspiel gegen Basel einen Einwurf ausführen kann, wie er an der Linie entlang läuft, Richtung Basler Tor, mit den Jahren wurden es immer mehr Meter, die er vorrückte, der Schiedsrichter liess ihn gewähren, ein paar Sekunden später lag der Ball im Tor. Es war der schönste Tag im Fussballer-Leben von Alain Nef.

Tischfussball und ein Bier

Natürlich hat sich Nef mit seinem Einwurf tief eingegraben in die Herzen der FCZ-Fans. Aber er ist alles andere als ein One-Hit-Wonder, er ist das Gegenteil. Nef bewundert Spieler wie Francesco Totti oder Paolo Maldini für ihre Treue und die Identifikation mit ihrem Verein. Auch bei Nef hat man immer das Gefühl, er sei nie weg gewesen aus Zürich, obwohl er in Italien, Spanien und bei YB war, bevor er vor sechs Jahren heimkehrte. Mit ihm verliert der FCZ seine letzte Identifikationsfigur.

Wenn es heikle Situationen zu lösen gab, wie beim Abstieg vor drei Jahren, stellte sich Nef. Er beruhigte vor dem Letzigrund die tobenden Fans, ihn akzeptierte die Südkurve als Büsser, der nach dem Abstieg den Cup-Pokal bringen durfte. Nef war nicht nur Verbindungsglied zwischen Mannschaft und Fans, weil er so lange im Verein war, er war glaubwürdig, weil seine Lebenswelt jener der Fans ähnelte. Nef spielte in der Stadionbar im alten Letzigrund Tischfussball mit den Anhängern, es kam vor, dass er ein Bier trank, er liess bei einem Künstler aus der Südkurve ein Porträt sprayen, ins Training kam er mit der Vespa, ins allererste Probetraining in Zürich mit dem Rollbrett. Man traf ihn im Tram an, und er schottete sich nie mit diesen riesigen Kopfhörern ab, weil er es mag, mit den Leuten zu reden. Nef ist ein normaler Mensch, nur Fussballer.

Fischer, der strenge Captain

Der Verteidiger gehört zu jenen Old-School-Spielern, deren Erzählungen immer klingen wie Zeugnisse aus einer anderen Welt. Als er, der Junge aus Wädenswil, von den FCZ-Junioren in die erste Mannschaft kam, traute er sich nicht, mit den älteren Kollegen zu reden. Wenn Gocha Jamarauli und Michail Kawelaschwili Freistösse übten, stand Nef hinter dem Tor und warf ihnen die Bälle zu, die danebengegangen waren. Urs Fischer war der Captain, er führte mit harter Hand, und wenn man zusammen an einem Anlass war, ging man erst heim, wenn Fischer ging. Nef sagt, Fischer habe ihn geprägt, er habe ihm beigebracht, wie wichtig es sei, bodenständig, loyal und ehrlich zu sein. Aus der hierarchischen, fast angstvollen Beziehung wurde später eine Freundschaft, die beiden fischten gern zusammen.

Am Samstag gegen St. Gallen wird der 37-Jährige sein 342. und letztes Spiel für den FCZ bestreiten. Er hätte gerne noch eine Saison weitergespielt, wird er im Communiqué zitiert, offenbar sah er aber ein, dass ihm auf dem Rasen keine wichtige Rolle mehr zugestanden worden wäre. Ganz verloren geht er dem Klub nicht. Er wird im Talent- und Teammanagement arbeiten.

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