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Befreit ins Rennen um den Europacup

Plötzlich lockt für den FC Zürich wieder Europa

So schnell geht das im engen Mittelfeld dieser Meisterschaft – am letzten Samstag spielte der FCZ in Neuenburg gegen den Fall auf den Barrage-Platz, seit Mittwochabend sind nun auch dank dem Sieg von Sitten gegen Xamax nicht nur der 9. Rang auf Distanz und der Abstieg nicht mehr möglich, sondern es lockt nun wieder der dritte Platz und damit möglicherweise die direkte Qualifikation für die Europa League. Verrückt.

Der FCZ-Trainer Ludovic Magnin, der nach drei Sperren wieder am Spielfeldrand stand, ging nach dem Schlusspfiff kurz in die Knie und ballte die Fäuste: So schnell kann es gehen! «Wir sind zurück im Spiel – jetzt haben wir noch zwei Spiele im Kampf für die Europa League», sagte Magnin nach dem Spiel. Er lobte den Charakter seiner Mannschaft und sagte, dass er froh sei, «nach der Krise nun wieder positiven Druck» zu haben.

Das gebetete Mantra

Es war ein merkwürdiges Spiel gewesen, das die 8700 Zuschauer im Letzigrund gesehen hatten. Entschieden wurde es in fünf Minuten, in denen der FC Thun einen kollektiven Aussetzer hatte und der FCZ drei Tore schoss. Angefangen hatte es nach einer halben Stunde, als Glarner von der Cornerfahne in den eigenen Strafraum spielte und der FCZ-Stürmer Ceesay von Sutter nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Kololli verwertete den Penalty. Danach trafen Odey und Ceesay, beiden Toren gingen gelungene Kombinationen von Marchesano und Kololli voraus, und beide Tore waren von den Thunern schlecht verteidigt. «Es waren fünf rabenschwarze Minuten», sagte Thuns Trainer Marc Schneider.

Bis zur entscheidenden Phase waren die Thuner eher die bessere Mannschaft gewesen. Die Chancen von Spielmann und Costanzo waren das Ergebnis guter Organisation und von geschickten Tempoverschärfungen. Der FCZ-Oldie Nef geriet zwei Mal in arge Nöte und konnte sich zwei Mal nur mit Fouls helfen. Der FCZ schien bis zur Führung nicht von grossem Selbstvertrauen beflügelt. Auch nach dem Sieg gegen Xamax hatte Magnin das Mantra gebetet, der FCZ spiele gegen den Abstieg. Das war gegen Thun zu sehen – bis zur Tor-Triplette nach der ersten halben Stunde.

Eine zu heftige Ohrfeige

Dem FC Thun fehlte nach dem Rückstand die Energie, möglichst rasch den Anschlusstreffer zu suchen. Die Ohrfeige war zu heftig gewesen, und wahrscheinlich spielte auch der bevorstehende Cup-Final am Sonntag gegen den FC Basel eine Rolle, dass Thun nicht mehr Widerstand gegen die Niederlage bot. Drei Tage hat Thun nun Zeit, um sich auf das grosse Spiel vorzubereiten. Die Leistung in Zürich gilt es möglichst rasch zu vergessen.

Der FCZ feierte ausgiebig, die Abstiegssorgen losgeworden zu sein. «Ich bin extrem erleichtert», sagte Magnin, der Verein habe alles richtig gemacht und auch die Fans hätten die nötige Geduld gehabt mit der jungen Mannschaft. Magnins Worte illustrierten, wie gross der Druck gewesen war. Gegen Luzern und St. Gallen geht es nun darum, dass alles doch noch gut kommt für Magnin.

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