Führungsfigur gesucht
Nef und Barnetta ohne Happy End in die Pension

Verlierer unter sich – Remis zwischen dem FCZ und St. Gallen

Am Ende standen lauter Verlierer auf dem Rasen des Letzigrund. Für den FC Zürich war das insofern eher zu verschmerzen, als er aus der Lage des Achten als Aussenseiter in den letzten Kampf um einen Platz in der Europa League gegangen war. Ein Sieg wäre der Beitrag gewesen, den er hätte leisten können – doch er schaffte es nicht, obwohl er sich nach schwachem Start steigerte und den ­frühen Rückstand kurz nach der Pause ausgleichen konnte.

Den St. Gallern aber fehlte am Ende nur das Tor zum 2:1, um statt Sechster Dritter zu werden. Damit hätte er gar mehr als einen Platz in der Qualifikation zur Europa League erreicht, nämlich eine mit mehreren Millionen dotierte Startgarantie in der Gruppenphase. Die Chance, den letzten Abend des Super-League-Jahres mit einem grossen Erfolg zu krönen, hatte ihr ghanaischer Mittelfeldspieler Majeed Ashimeru. Er kam nach 86 Minuten aus idealer Position zum Schuss und schob den Ball knapp am Tor vorbei. Der 21-Jährige wäre als der Mann, der den FCSG nach Europa schoss, nach Salzburg zurückgekehrt. Weil er nicht traf, rutschten die St. Galler auf Platz 6 ab. Unter vier punktgleichen Teams sind sie jenes mit der schwächsten Tordifferenz. Hätte übrigens der FCZ eine seiner Möglichkeiten zum 2:1 genutzt, hätte er die Position der St. Galler übernommen. Zu mehr hätte es auch ihm nicht gereicht.

Das Remis war gerecht. Die St. Galler begannen besser, die Zürcher waren später stärker. Das zeigte auch die Torfolge. Aber es war auch das Duell zweier Teams, deren saisonale Gesamtleistung zu Recht nicht mit einem Platz im internationalen Fussball belohnt wurde, weil sie zu flatterhaft spielten, zu wenig konstant, zu wenig stilsicher. So war es auch an diesem Abend, obwohl der Zürcher Trainer Ludovic Magnin lobte: «Man hat wieder einmal Fussball gesehen vom FCZ.» Der Blick auf die anderen Plätze hatte Magnin gezeigt, dass die Europacup-Qualifikation nicht mehr realistisch war, «also konnten wir den Wechsel machen» – die Auswechslung des Altmeisters Alain Nef in seinem Abschiedsspiel. Es folgten extensive Feiern. Auch für Magnins Assistenten René van Eck, der aus «familiären Gründen», wie es offiziell heisst, den Verein verlässt und in seine Heimat Holland geht.

St. Gallens Coach Peter Zeidler führte wortreich aus, dass «die Enttäuschung riesengross» sei. Ein paar Zentimeter fehlten und St. Gallen hätte sechs Spiele in der Europa League gehabt. Sein Team habe nicht mehr die Energie für 90 Minuten gehabt, weil zu viel davon im Abschiedsspiel von Tranquillo Barnetta am Mittwoch verbraucht worden sei.

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