Das Leben mit der Fallhöhe
Wieder Black Stars - und Erinnerungen an 1986

Weg von den Teddybären

Für eine kurze Umarmung mit dem Assistenten reichte es dann doch noch. Aber mehr Emotionen kamen in Ludovic Magnin nicht auf, jedenfalls keine, die der Trainer des FC Zürich nach aussen tragen wollte. Warum auch? Die Zürcher hatten gegen den FC Black Stars aus der Promotion League gerade noch so gewonnen, dank eines Tores in den letzten Minuten.

Lange war unsicher gewesen, ob das Spiel überhaupt stattfinden würde. Angepfiffen wurde es nur, weil die Stadt Basel dem Quartierverein die Sicherheitskosten erlassen hatte. Krawalle gab es schliesslich keine. Der FCZ siegte 2:1, zum zweiten Mal in Folge. Aber die Leistung lässt im Club niemanden von Höherem träumen. Magnin sagte auf der Basler Schützenmatte: «Die Situation ist noch immer nicht einfach.»

Das Ziel ist freilich erreicht, der FCZ steht im Cup-Sechzehntelfinal, wo er in Wil antreten muss. Doch dafür brauchte er gegen den Unterklassigen eine Startaufstellung, die im Vergleich zum Sieg gegen St. Gallen nur auf drei Positionen verändert war. Zudem setzte Magnin auf den zweiten Goalie Andris Vanins. Dessen Fehlpass stand am Ursprung des Ausgleichstreffers und war nicht der einzige grobe Fehler: Lewan Charabadse zum Beispiel konnte einen seiner Annahmefehler nur noch mit einem Foul im Strafraum korrigieren. Ermin Alic schoss den Elfmeter an die Latte, anstatt die Black Stars in Führung zu bringen.

Zuvor hatte schon der Zürcher Mahi einen Penalty verschossen. Damit hat der FCZ keinen einzigen der drei Elfmeter in dieser Saison verwandelt. Magnin sagte: «Wir haben Torchancen, die wir einfach machen müssen, wenn wir Ruhe haben wollen.»

Und so kehrt diese auch nach zwei Siegen in Folge nicht ein. Doch Magnin will zumindest eine Entwicklung erkennen: «Die Spieler weisen sich inzwischen gegenseitig zurecht. Das war letztes Jahr nicht der Fall. Da lebten wir in einer Teddybären-Welt, in der sich alle lieb hatten.»

Lächelnd auf den Heimweg

Der Trainer will härtere Töne hören. Und er hat einen Plan: «Die Mannschaft muss selbstständiger werden und sich selbst regulieren.» In der ersten Cup-Runde waren diese Regulierungs mechanismen kaum zu erkennen. Vor allem in der Schluss- phase nahm kein Zürcher das Spiel in seine Füsse. Es fehlten die Ideen in der Offensive, viele Distanzschüsse zeugten davon. Für das 2:1 brauchte es einen stehenden Ball.

«Wir fahren mit einem Lächeln nach Hause», sagte Magnin immerhin noch. Am Wochenende ist YB der Gegner, der Test schlechthin. Auch für Magnins Plan der Selbstregulierung.

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