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Mitten ins Zürcher Herz
Magnin - einsilbig und doch zuversichtlich

Wie löchriger Edamer

Am Ende eines enttäuschenden Abends schlichen die Spieler des FC Zürich in jene Ecke des Stadions, aus der ihre Fans sie die längste Zeit unterstützt hatten. Nach dem 0:3 gegen den FC Basel schlugen den Zürchern dort vereinzelte Pfiffe und wenige Aufmunterungen entgegen, in erster Linie aber betretenes Schweigen. Wie gelähmt standen sich Mannschaft und Anhang für ein paar Momente gegenüber. Ganz so, als hätte keine der beiden Seiten eine Erklärung für das, was da schon wieder passiert war.

Das 1:0 gegen den FC Sion am letzten Wochenende hatte dem FCZ ja wieder ein bisschen Hoffnung gegeben im Kampf gegen den nahenden Barrage-Platz. Aber wenn dieser Sieg gegen die Walliser tatsächlich so etwas wie ein kleiner Befreiungsschlag gewesen sein sollte, was war dann bitte dieses deutliche 0:3 gegen die Basler?

«Wenn man Punkte holen möchte...», begann René van Eck nach dem Spiel sein Fazit, und man konnte da schon ahnen, dass vom Vertreter des weiterhin gesperrten Ludovic Magnin nichts Positives folgen würde: «Nach vorne war es mager, wenn wir dann einmal den Ball hatten, haben wir uns verlaufen, statt den Abschluss zu suchen. In der Defensive hatten wir Glück. Und in der Mitte hatten wir Lücken, da ist ein holländischer Edamer nichts dagegen.» Es war eine ziemlich treffende Analyse des Zürcher Spiels.

Der FC Basel hätte auch 7:0 gewinnen können

Der einzige Trost aus Sicht Van Ecks war, dass dieser ohnehin schon bittere Abend nicht noch bitterer endete. Wenn nämlich die Basler nur ihre klaren Chancen genutzt hätten, nur die, bei denen sie völlig frei vor Yannick Brecher standen, dann hätte die Partie 5:0, 6:0 oder vielleicht auch 7:0 geendet. Neben den Toren von Carlos Zambrano (49.), Ricky van Wolfswinkel (66.) und Albian Ajeti (92.) hatten Valentin Stocker, Silvan Widmer oder Edon Zhegrova beste Chancen. Und zur Krönung schob Van Wolfswinkel den Ball kurz vor Schluss am leeren Tor vorbei.

Der FCB konnte es sich erlauben, immerhin brachte es der FCZ im ganzen Spiel nur auf einen Abschluss auf das Tor von Jonas Omlin. Die Abwehr der Gastgeber musste sich nicht einmal anstrengen, anders als noch im Cup-Halbfinal. Das Team von Trainer Marcel Koller hat damit seine Serie der Ungeschlagenheit im Jahr 2019 ausgebaut und zieht im luftleeren Raum zwischen Meister YB und dem Rest der Liga einsam seine Bahnen.

Der FCZ ist nach der achten Niederlage der Rückrunde nun auch noch hinter den FC St. Gallen zurückgefallen. Und er hätte nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Barrageplatz, sollte Neuchâtel Xamax heute gegen den FC Thun gewinnen.

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