FCZ, wo bist du? – 0:4-Niederlage gegen den Meister YB
Herr Bickel, bitte erklären Sie Ihr FCZ-Team

YB rollt über den FCZ

«Wir waren wirklich schlecht.» So lautete das Fazit von FCZ-Mittelfeldspieler Antonio Marchesano nach der Partie. Sein Trainer Ludovic Magnin war nicht grosszügiger: «Das war wahrscheinlich das schlechteste Spiel, seit ich Trainer bin.» YB-Coach Gerardo Seoane hingegen durfte loben. Eine «gute Mentalität, eine gute Einstellung und gegenseitige Unterstützung» hatte er gesehen, «in der zweiten Halbzeit spielte sich die Mannschaft in einen Rausch».

In der ersten Halbzeit hatte der BSC YB tatsächlich nur dominiert. Und in der zweiten Halbzeit den FCZ dann phasenweise an die Wand gespielt. Sein einziges Defizit war, dass er am Ende nicht mehr als vier Tore erzielt hatte. Magnin sagte: «Das 0:4 ist schmerzhaft. Aber die Niederlage hätte noch viel höher ausfallen können.»

Dabei hatte sich der FCZ vor einigen Tagen vielleicht noch grössere Hoffnungen gemacht. YB ist zwar die Nummer 1 der Schweiz. Aber nie schien die Gelegenheit besser als gestern, in Bern gut auszusehen. Die Young Boys stehen gerade zwischen den finanziell wichtigsten Spielen der Saison. Am Mittwoch war Champions-League-Qualifikation gegen Roter Stern. Am Dienstag steht das Rückspiel in Belgrad an. Der FCZ-Match dazwischen konnte nicht oberste Priorität haben.

Wenigstens sucht Captain Brecher keine Ausrede

Es war denn auch so, dass Seoane im Vergleich zum Hinspiel gegen Roter Stern auf fünf Positionen wechselte und den gerade erst wieder gesunden Hoarau nicht einmal auf die Bank setzte. Beim FCZ allerdings dürfte die Hoffnung vor dem Spiel auch deutlich gesunken sein. Ihm fiel in den letzten Tagen immer mehr Personal aus, letztlich fehlten zehn Spieler, darunter ein halbes Dutzend potenzielle Stammkräfte. Auf der Bank sassen vor allem U-21-Spieler. Goalie Yanick Brecher hielt trotzdem fest: «Die Personalsituation darf für unsere Leistung keine Ausrede sein.»

Meister YB, erstmals mit dem dänischen Innenverteidiger Sörensen, prägte den Match von Beginn weg. Nach gut 20 Minuten hatte er sich fast 70 Prozent Ballbesitz und 6:0 Torschüsse erspielt. YB-Goalie Von Ballmoos musste bis zur Pause nur einmal eingreifen. In der 25. Minute wehrte er die erste FCZ-Möglichkeit und den Schuss von Domgjoni mit einer schönen Flugeinlage ab. Kurz darauf führten die Berner 1:0, benötigten dafür aber Glück. Fassnacht köpfelte eine Flanke Gaudinos an den Pfosten, von dort prallte der Ball via Brechers Bein ins Tor.

Dass es auch nach 45 Minuten nur 1:0 stand, lag vor allem an der Berner Offensive. Nsame und Fassnacht vergaben weitere ausgezeichnete Möglichkeiten. Nach der Pause holte YB die Versäumnisse einigermassen nach. Während der FCZ immer schwächer wurde und sich teilweise gröbere Patzer erlaubte, wurde YB immer spielfreudiger. Nsame traf mit seinem fünften Saisontreffer im fünften Spiel zum 2:0 nach 59 Minuten - allerdings hatte er sich vorher grenzwertig gegen Bangura durchgesetzt. Ngamaleu erhöhte mit Penalty auf 3:0, Gaudino traf mit seinem Freistoss durch die Mauer zum 4:0.

Die Bilanz des FCZ: 6 Spiele, 5 Punkte, 5:14 Tore

Die Young Boys stehen damit weiterhin an der Super-League-Spitze und reisen gut gelaunt nach Belgrad. Der FCZ hingegen wird länger brauchen, um diesen Auftritt hinter sich zu lassen. Er hat in sechs Spielen fünf Punkte gewonnen, sein Torverhältnis lautet 5:14. Er ist weit, weit, weit davon entfernt, seine Ansprüche zu erfüllen. Er hat nun wenigstens drei Wochen Zeit, um bis zu seinem nächsten Spiel an den vielen Fehlern zu arbeiten.

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