Wenn Ludovic Magnin den Kooki macht
Wie aus dem Fotokopierer

Zürcher Frust nach dem 2:2 gegen Xamax

Als sich die Spieler mit dem Schlusspfiff zu Boden sinken liessen, als sie so dasassen – da war sie fast zu greifen: die Ratlosigkeit. Vier Saisonspiele sind gespielt, und der FCZ steht auf dem letzten Platz. Der FCZ schaffte gegen Xamax zu Hause nur ein 2:2. «Uns läuft die Zeit davon, wir müssen punkten», sagte der FCZ-Sportchef Thomas Bickel nach dem Spiel. Noch immer ist der FCZ ohne Sieg.

Es war in der 94. Minute, als der Neuenburger Gaëtan Karlen alle Verzweiflung und Hoffnung in einen letzten Schuss legte, in einen Fallrückzieher, der so perfekt gelang, dass der FCZ-Goalie Yanick Brecher chancenlos war. Der späte Ausgleich – und wieder schafften es die Zürcher, ein Spiel nicht zu gewinnen, in dem scheinbar alles für sie gelaufen war.

Verschossener Penalty

Erst war da die rote Karte gegen den Neuenburger Pietro Di Nardo in der 69. Minute, er hatte Toni Domgjoni rüde umgegrätscht. Und da war vier Minuten später der Penalty, aber Mimoun Mahi traf nur die Latte. Es schien ein Déjà-vu, schon vergangene Woche gegen Sitten war der FCZ in Überzahl, auch dort verschoss er einen Penalty. Damals verlor er das Spiel noch, diesmal schien es anders zu kommen, weil Assan Ceesay doch noch die Führung erzielte.

Aber es kam nicht anders, weil der FCZ wieder in eine Lethargie verfiel, die überrascht bei diesem Team, das fraglos viel Talent besitzt. Nur scheint sich das Talent immer nur in den guten Momenten des Spiels zu zeigen, in den schlechten fehlt dem FCZ eine Führungsfigur. Nach Ceesays Tor wollte der FCZ die Minuten herunterspielen und kassierte doch den Ausgleich. Einmal mehr wirkten die Zürcher anfällig. Nach dem 1:0 durch Marco Schönbächler kurz vor der Halbzeit überliessen sie Xamax das Spiel, einem Team, das mehr Trotz als Talent besitzt, aber dem doch der Ausgleich gelang.

«Ihr könnt das Gleiche schreiben wie letzte Woche», rief Schönbächler in den Katakomben des Letzigrunds den Journalisten zu. Dann stapfte er weiter. «Die Spieler sind frustriert», sagte der FCZ-Trainer Ludovic Magnin. Er hat auch gegen Xamax nicht aus der Krise gefunden, die schon in der letzten Saison ihren Anfang nahm. «Wir brauchen Zeit», sagte er, «aber im Fussball hast du keine Zeit. Deshalb müssen wir am Mittwoch gegen St. Gallen gewinnen.»

Verfassung bleibt fragil

Magnin lächelte, während er das sagte. Es wirkte, als könnte dem FCZ auch der missglückte Saisonstart nichts anhaben. Er sieht sich weiter als Spitzenverein, das bekräftigte der Präsident Canepa vor dem Spiel in der Matchzeitung: «So weit kommt es noch, dass wir den Schwanz einziehen und auf öffentlichkeitswirksame ‹Bescheidenheit und Demut› machen.»

Präsident und Trainer besitzen ein offenbar unerschütterliches Selbstbewusstsein. Es steht im Gegensatz zur fragilen Verfassung ihres Teams.

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