Cup-Sechzehntelfinale: SC Kriens - FC Zürich angesetzt
FCZ verpflichtet Ante Coric

"Der FC Zürich und sein Umfeld sind ambitioniert und wir wollen Spieler, die zu unserer Philosophie passen."

Im Interview spricht Sportchef Marinko Jurendic über seinen Arbeitsalltag als Sportchef, die Abläufe bei der Kaderplanung des Stadtclubs sowie über die Integration von Nachwuchsspielern beim FCZ.

Wie sieht der Arbeitsalltag des FCZ-Sportchefs in der aktuellen Transferperiode aus?
"Während der Transferzeit ist mein Alltag geprägt von zahlreichen Telefonaten, Sitzungen und stetem Austausch, sowohl intern wie auch extern. Ich habe viel Kontakt mit diversen Vereinen, Beratern und Spielern aber auch mit unseren Verantwortlichen Scouting, dem Staff und dem Präsidium. Bei diesem Austausch werden Anforderungen und Spielerprofile definiert, mit denen wir uns befassen. Täglich erhalte ich etliche E-Mails, Nachrichten und Anrufe, die es zu bearbeiten gilt, bis am Ende eine Auswahl an Kandidaten feststeht, mit denen konkrete Gespräche und schliesslich auch Verhandlungen geführt werden. Dabei gilt es stets, wichtige Rahmenbedingungen zu berücksichtigen wie die sportlichen und wirtschaftlichen Perspektiven von möglichen Kader-zu- und Abgängen oder die Kaderstruktur, die es zu entwickeln gilt."

Kaderplanung ist ein wichtiges Stichwort: Welche Philosophie verfolgt der Stadtclub bei seiner Kaderplanung?
"Um erfolgreichen Fussball zu spielen, braucht es gut ausgebildete Spieler. Wir wollen Teamplayer für den FC Zürich gewinnen, die leistungsbereit und lernwillig sind. Unseren Kader wollen wir auch gezielt mit Persönlichkeiten stärken, die Führungsqualitäten besitzen. Als ambitionierter Ausbildungsverein ist es ebenso unsere Aufgabe, Kaderplätze für junge und aufstrebende Talente zu vergeben und ihnen den Schritt auf das höchste Nationale Niveau zu ermöglichen."

Welche Überlegungen spielen bei der Verpflichtung eines Spielers mit?
"In erster Linie muss ein Spieler unser Anforderungsprofil erfüllen und zur FCZ-Philosophie passen. Nebst den fussballerischen Eigenschaften spielen vor allem auch Physis, Druckresistenz sowie die Gesundheit eine wichtige Rolle. Aber auch das familiäre Umfeld des Spielers ist für uns sehr wichtig. Wir wollen Spieler beim FCZ, die sich mit unserem Verein, unseren Werten und unseren Zielen identifizieren."

Ein zentraler Punkt bei der Kaderplanung ist das Scouting. Wie ist der FCZ in diesem Bereich aufgestellt?
"Wir haben eine kleine Scouting-Abteilung unter der Leitung unseres Chefscouts Thomas Bickel. Alle interessanten Spieler werden mit den wichtigsten Informationen in einer Datenbank erfasst, ehe eine erste Triage vorgenommen wird. Wenn die Kandidaten konkret werden, wird ein detailliertes Spielerdossier erstellt. In unserem Netzwerk pflegen wir natürlich auch Kontakte zu verschiedenen Clubs und stehen mit ihnen im Austausch. Wichtig ist, auch Informationen auszutauschen für allfällige sofortige oder auch spätere Spielertransfers. Daneben pflegen wir auch einen engen Kontakt zu Agenturen und Beratern. Um ein möglichst umfassendes Bild des Kandidaten zu erhalten, erfolgt die Analyse per Video und auch datenbasiert. Natürlich ist es von grossem Vorteil, Spieler auch live zu sichten, sofern dies aufgrund der Corona-Situation möglich ist. Zuletzt geht es aber auch darum, Referenzen einzuholen. Das persönliche Gespräch mit dem Spieler rundet letztlich das Gesamtbild ab."

Welche Parteien sind dann bei der Entscheidungsfindung bei neuen Transfers involviert?
"Die Sportkommission ist unser Kompetenzteam. Hier werden alle relevanten Themen diskutiert. Geschäftsleitung und Präsidium entscheiden abschliessend über die Transfers."

Neben neu verpflichteten Spielern legt der FC Zürich viel Wert auf seine Nachwuchsarbeit. Welche Rolle spielt die Integration junger Talente aus der FCZ Academy?
"Die Integration junger Talente ist ein zentraler Baustein unserer Mission als ambitionierter Ausbildungsverein. Der Stadtclub verfügt über eine der besten Jugendakademien in der Schweiz – sowohl bei den Junioren wie auch bei den Juniorinnen. Dies ist einer guten Ausbildungsarbeit in den vergangenen Jahren zu verdanken. Wir konnten in den letzten Monaten die gute Basis weiter stärken und unsere Organisation personell und inhaltlich in unterschiedlichen Bereichen wie z.B. Ausbildung, Talentmanagement, Spielanalyse und Scouting weiterentwickeln."

Wie funktioniert die Integration junger Talente aus der Academy in die erste Mannschaft konkret?
"Heinz Moser ist mit seinem Team für das Talentmanagement respektive für die Ausbildung und Begleitung unserer besten Talente zuständig. Die SpielerInnen werden regelmässig beurteilt und ab der Stufe U16 halbjährlich eingestuft. Mit Bezug aufs Profiteam wird spätestens ab der Stufe U18 festgelegt, ob ein Spieler perspektivisch für die Integration in die erste Mannschaft eingeplant wird und als junger Perspektivspieler mit dem Fanionteam mittrainiert, erste Erfahrungen sammelt oder in absehbarer Zeit sogar einen Kaderplatz bekommt. Wenn der Perspektivspieler den Sprung in den Kader nicht schafft, besteht die Möglichkeit, den Spieler zu einem Club in die Challenge League auszuleihen, um Spielpraxis und erste Erfahrungen im Profifussball zu sammeln. Wenn die jungen Spieler eine tragende Rolle im Leihverein spielen, empfehlen sie sich für einen Kaderplatz in unserer ersten Mannschaft, wie dies jüngst bei Bledian Krasniqi oder auch bei Fabian Rohner der Fall war."

Eine Fussballkarriere verläuft nicht immer geradlinig. Inwiefern spielen Leihgeschäfte eine Rolle bei der Kaderplanung der ersten Mannschaft?
"Wie oben erläutert, gehören Leihen zu einer guten Karriereplanung. Diese Erfahrungen helfen den Spielern weiter zu reifen, um den Durchbruch bis ganz nach oben zu schaffen. Es gibt aber verschiedene Arten von Leihgeschäften. Zuletzt haben wir z.B. mit Rodrigo Pollero einen Leihspieler aus der Challenge League verpflichtet. Rodrigo soll sich zuerst auf höchstem Niveau weiterentwickeln und langfristig für den FC Zürich empfehlen. Hier besitzen wir eine Kaufoption. Ein anderes Beispiel ist Carson Buschman, den wir zwei Jahre geliehen haben, ebenfalls mit einer Kaufoption. Er ist ein junger Perspektivspieler, dessen «Profil» wir in unserer eigenen Akademie und auf dieser Position kurzfristig nicht haben. Er soll in den nächsten Monaten schrittweise ans Profikader herangeführt werden. Andererseits sind wir aber auch bestrebt, bei Bedarf Spieler von internationalen Vereinen auszuleihen, um unseren Kader kurzfristig zu stärken. Bei den Leihgeschäften gilt es, die Kaderzusammensetzung zu berücksichtigen, um eine möglichst homogene und funktionierende Mannschaft zu bilden und unserer Philosophie treu zu bleiben."

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