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Die Angstfrage
Verwandlung zum Tabellenführer

Ein beharrlicher FC Zürich mit viel Kraft

Als der Angreifer Michael Frey im Letzigrund-Stadion in der 22. Minute in die Luft stieg und einen Flankenball zum 2:0 ins Tor köpfelte, war es, als erzähle er mit dieser Aktion eine Geschichte. Eine Geschichte über den FC Zürich, der gegen den FC Sion 2:0 gewinnen und an die Tabellenspitze der Super League stürmen sollte.

Für Frey war es die vierte konkrete Torchance in diesem noch jungen Spiel gewesen, und manch einer hätte ob der verpassten Chancen wohl die Courage verloren. Aber Freys Beharrlichkeit war die mit Leidenschaft untersetzte Beharrlichkeit des FC Zürich, der sich über die volle Spielzeit und in fast jeder Szene abmühte und rang.

Die Zürcher verloren gegen die heterogene und eigenartig strukturierte Walliser Equipe zwar immer wieder während mehrerer Minuten die Kontrolle über das Spiel. Aber sie behielten jederzeit die Hoheit über die entscheidenden Geschehnisse – als hätten sie ein Gespür dafür, wie viel sie ihrem Gegner zugestehen dürfen.

Eine Haltung, die auf Selbstbewusstsein schliessen lässt

Vor vierzehn Monaten war der FCZ in die Challenge League abgestiegen, jetzt führt er mit zehn Punkten aus vier Spielen die Super League an, vor dem FC Basel und YB, die je ein Spiel verloren haben. Die Saison ist blutjung, und die Gegner GC, Thun, Lugano und Sitten waren keine Schwergewichte. Aber mit jedem Spiel und jedem Punktgewinn gewinnt das Profil des FCZ an Wahrheit und Klarheit. Es ist das Profil eines energischen, physisch starken und schnellen Teams, dem beim Gewinnen zwar die Leichtigkeit abgeht, das gleichzeitig aber gefestigt scheint im offensiv interpretierten 3-4-3-System – und ebenso in seiner Haltung, die auf ein gesundes Selbstbewusstsein schliessen lässt.

Die frühe Ehre der Leaderposition mag nur eine Bestätigung dafür sein, dass sich der FC Zürich sofort an das merklich höhere Tempo in der neuen, alten Liga angepasst hat. Doch das Team wies gerade im Spiel gegen Sitten viele Ingredienzien auf, die eine gute Perspektive bieten. Die Verteidigung mit Umaru Bangura, Alain Nef und Cédric Brunner war standfest – gerade in der Luft – und wurde von den aufopferungsvoll ringenden Jagne Pa Modou und Adrian Winter optimal flankiert. Im Mittelfeld bestätigte der junge Kevin Rüegg die guten Eindrücke der ersten Spiele; er spielte mit auffallender Coolness, aber nie überheblich. Und im Angriff preschten Roberto Rodriguez, Raphael Dwamena und Frey immer wieder mit Tempo und Kraft auf die Sittener Verteidiger und in deren Zone. Sie hatten viele Chancen.

Sion soll wieder mit Ziegler verhandeln

Der FC Sion hingegen sucht nach den vielen Transfers im Sommer noch immer sich selber – und Halt. Gemäss «Le Matin» verhandelt der Klub wieder mit dem letztjährigen Captain Reto Ziegler, der vor einem Monat wegen zu hoher finanzieller Forderungen fortgeschickt worden war. Auf dem Platz liess der Trainer Paolo Tramezzani erstmals mit vier statt fünf Verteidigern spielen. Doch die Probleme dieses Teams gehen über das System hinaus.

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