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Die Erinnerung an den 18. Mai 2013
Wieder Boden unter den Füssen

Der FC Zürich hat seinen negativen Lauf gestoppt

Drei Niederlagen mit insgesamt elf Gegentoren waren der Ballast, den der FC Zürich auf die Reise nach St. Gallen mitnahm. Dort empfing ihn ein Gegner, den die jüngere Vergangenheit ebenfalls gebeutelt hatte – mit nur zwei Siegen in sieben Spielen seit Ende Oktober und einigen internen Unruhen dazu. Nach 90 Minuten eines winterlichen Kampfspiels ohne jeden spielerischen Glanz ist nun zu sagen: Die Zürcher haben fürs Erste ihren negativen Lauf gestoppt. Die St. Galler verloren ein weiteres Mal und mussten danach über sich ergehen lassen, dass die Position ihres Trainers zumindest unterschwellig infrage gestellt blieb.

Alain Sutter, der neue Sportchef des FCSG, nährte einschlägige Spekulationen zwar keinesfalls. Er war gar zufrieden damit, was er von seiner Mannschaft zumindest in der ersten Halbzeit gesehen hatte. Danach war sie auch noch in Führung gewesen. Ihr Tor zum 1:0 kurz vor der Pause durch den linken Aussenläufer Marco Aratore nach starker Vorarbeit des rechten Aussenläufers Nicolas Lüchinger war in die beste Phase des Heimteams gefallen. Vielleicht während eines Viertels des Spiels traten die Ostschweizer so auf, dass ein positives Ergebnis möglich bis wahrscheinlich erschienen wäre. Das war nach einer Startphase, in der sich die Zürcher ein Chancenplus erspielt hatten; und vor einer zweiten Halbzeit, die allgemein vom FCZ beherrscht wurde, in der die St. Galler nur noch wenig zustande brachten.

St. Gallens Trainer Giorgio Contini hatte aus der Elf, die eine Woche zuvor in Bern nichts geleistet hatte, vier Spieler nicht aufgestellt, darunter Tranquillo Barnetta wegen einer Sperre. Auf der Bank blieb die Neuerwerbung Runar Sigurjonsson, aber auch der Jungstürmer Boris Babic. Zu sagen, Peter Tschernegg und Roman Buess seien besser gewesen als diese beiden, wäre übertrieben. St. Gallen mag besser gekämpft haben als in Bern, aber der Gegner war auch nicht so stark; die spielerischen Defizite liessen sich wieder nicht übersehen. Und der Torhüterwechsel vom altgedienten Daniel Lopar zu Dejan Stojanovic bleibt so lange ein Thema, wie Stojanovic in jedem Match ein Gegentor verschuldet. Diesmal leistete er sich zwei grobe Fehler. Nach dem ersten hatte er das Glück, dass Michael Frey das leere Tor knapp verfehlte. Der zweite wurde mit dem 1:2 bestraft.

Der FCZ-Trainer Uli Forte wirkte nach dem Spiel sehr entgegenkommend, als er von einem «glücklichen Sieg» sprach in einem Match, «in dem beide Mannschaften mit einem Unentschieden gut bedient» gewesen wären. Da würden ihm Ancillo Canepa, sein Präsident, und Thomas Bickel, sein Sportchef, wohl widersprechen. Denn die beiden teilten oben auf der Tribüne die – richtige – Meinung, ihr Team hätte schon früh in Führung gehen müssen. Aber dann leistete es sich, wiewohl spielerisch mit deutlich mehr Potenzial, eine schwächere Phase. Die Steigerung in der zweiten Halbzeit wurde dann zu Recht mit drei Punkten belohnt.

Spielerisch überzeugend war auch der Auftritt der Zürcher nicht. Immerhin, Antonio Marchesano war gut in seinem ersten Spiel in der Startelf in der Super League, und dies mit 27 Jahren. Raphael Dwamena, einen Herbst lang formschwach, lieferte den Assist zum 1:1 und schoss das 2:1. Und der noch nicht 20-jährige Fabian Rohrer, nach 58 Minuten für den schwachen Adrian Winter eingewechselt, traf kurz danach zum 1:1. Es müsste dem Jüngling leichtfallen, schmunzelte Forte, den Kollegen den Apéro zu zahlen, der für «solche Gelegenheiten vorgesehen ist».

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