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«In den nächsten Jahren wird sich einiges ändern»
Eine Niederlage - und ein Verbannter

Viel Aufwand, aber kein Ertrag für den FC Zürich

So schnell kann das gehen im modernen Fussball. Eine Sekunden-Unaufmerksamkeit – und schon findet man sich auf der Verliererstrasse wieder. Die Szene spielte sich nach 70 Minuten ab.

Die Zürcher vergassen YBs Sékou Sanogo im Strafraum, der volley spielentscheidend traf. Kurz vorher war der Ivoirien wieder einmal in hitzige Zweikämpfe involviert, ohne Scheu vor Konfrontationen, obwohl er bereits mit einer gelben Karte belastet war. Aber so ist Sanogo, man weiss es, er schont weder sich noch Gegenspieler. Im besten Fall war es eine Art Lehrstück für die Zürcher, zu sehen, wie schnell dieser Sanogo wieder auf die nächste Szene fokussiert war. Der FCZ-Goalie Yanick Brecher sprach von einem «No-Go», nach einem Freistoss wisse man um die Zuteilung, dann gelte es, konsequent am Mann dranzubleiben. Der Mann, Sanogo, war dann mutterseelenalleine vor dem Tor.

Der FCZ-Trainer Ludovic Magnin musste sich an der Pressekonferenz ein wenig komisch vorkommen. Er hätte sein Statement auch ab Band einspielen können; das Lamento ist dieses: Man treibt viel Aufwand, kreiert Grosschancen, steht am Ende aber mit leeren Händen da. Ja, so ist das zurzeit im FCZ: Man spielt ansprechend, holt aber keine Punkte – ganz im Gegensatz zur Konkurrenz hinter dem FCZ, die sich gegen den Abstieg wehrt. Allzu viele Punkte Reserve auf den Abstiegsplatz bleiben den Zürchern nicht mehr.

Der Trainer macht sich vorderhand aber keine Sorgen, weil er überzeugt ist, dass diese Art, Fussball zu spielen, «irgendwann Punkte einbringen wird». Magnin strich den Stürmer Michael Frey kurzfristig aus dem Kader. Es sei eine «disziplinarische Massnahme», sagte Magnin, «nichts Schlimmes», und er sei nicht nachtragend. Der Grund für die Suspendierung soll intern bleiben. Magnin sagte noch, er habe «mit dieser Eventualität» gerechnet. Wenn man die Art, Fussball zu spielen, umstelle, könne es dauern, bis man Erfolge erziele.

Tatsächlich sah man einige gelungene Kombinationen des FCZ aus der Abwehr heraus. Vor allem der Verteidiger Umaru Bangura gefiel mit seiner Technik und seinem Gespür, das Richtige im richtigen Moment zu tun. Der FCZ hätte nach 18 Minuten das Spiel in andere Bahnen lenken können, aber sowohl Roberto Rodriguez wie auch Raphael Dwamena scheiterten am ausgezeichnet reagierenden YB-Goalie Marco Wölfli. Er wusste sich erst reflexschnell mit der rechten Hand und dann mit einem gewagten Tackling zu wehren.

Wölfli rettete den Bernern den Erfolg, «den Arbeitssieg», wie sich der Trainer Adi Hütter ausdrückte. Auch Guillaume Hoarau – «Air France» wie sie ihn in Bern liebevoll nennen – war hocherfreut über die drei Punkte. Zweimal war er mit einem Kopfball am gut disponierten Brecher gescheitert. Der Franzose hat sich übrigens die Haare blondiert. Die Jungen hätten gesagt, er sei ein wenig langweilig geworden, da habe er etwas machen müssen. Hoarau erzählt diese Geschichte augenzwinkernd, und man denkt, solche Problemchen hätte der FCZ auch gerne. Aber eben, er hat andere, schwerwiegendere. Und sie haben nichts mit Langweile zu tun.

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