René Botteron: "Der Wechsel zum FC Zürich war der Türöffner für das, was ich mit und durch den Fussball erleben durfte."
Gastfamilie gesucht

Bruno Brizzi: "Der FCZ war immer der Verein, zu dem ich aufgeblickt habe und bei dem ich spielen wollte."

Bruno Brizzi absolvierte zwischen 1959 und 1965 insgesamt 157 Pflichtspiele für den FC Zürich und schoss dabei 83 Tore. Damit belegt der ehemalige Stürmer in der ewigen Torschützenliste des FCZ den neunten Platz. Im Kurz-Interview spricht der heute 88-Jährige über das Fussballerleben in den 50er und 60er Jahren, die Partien gegen das grosse Real Madrid sowie seine schönsten Erlebnisse mit dem Stadtclub.

Ist die Vereinsgeschichte für einen Fussballer wichtig?
"Der Verein zählt selbstverständlich! Der FCZ war immer der Verein, zu dem ich aufgeblickt habe und bei dem ich spielen wollte. Meine Juniorenzeit absolvierte ich bei den Young Fellows, meinen ersten Vertrag unterschrieb ich dann bei Winterthur. Plötzlich kam das Angebot des FCZ und da wusste ich, was ich zu tun hatte."

Wie war das Fussballerleben in den 1950er und 1960er Jahre?
"Wir waren noch keine Profis, das ist der grösste Unterschied zu heute. Ich lernte Metallbaukonstrukteur und arbeitete danach Vollzeit als technischer Angestellter im Fassadenbau. Dreimal pro Woche, jeweils abends, hatten wir Training und am Wochenende Match. Der Lohn war noch sehr tief. Durch den Fussball habe ich lediglich 200 Franken im Monat verdient, was im Vergleich zu den anderen Spielern sogar noch einem der höchsten Löhne entsprach."

Wurdest du vonseiten der Familie oder Freunden in deiner Fussballkarriere unterstützt oder hast du Widerstand erfahren?
"Nein, ich habe keinen Widerstand erfahren, im Gegenteil. Mein Bruder Raffael, der ein sehr guter Velorennfahrer war, spielte mit mir in der ersten Mannschaft. Wir waren Brizzi 1 und Brizzi 2. Bei meinem Vater war Fussball die Sportart Nummer Eins. Auch meine Frau, welche die Kinder quasi allein grossziehen musste, unterstützte mich sehr. Es ist wahnsinnig toll, wenn man eine solche Unterstützung erfährt – für das bin ich ihr bis heute dankbar. Aber sie kam auch aus einer Fussballfamilie. Ihr Vater war Schiedsrichter und hat noch Spiele von mir gepfiffen. Es ist ein riesiges Glück, eine solche Frau zu haben. Im geschäftlichen Bereich hat mir meine Fussballkarriere manche Tür geöffnet. Durch meinen doch speziellen Namen wurde ich schnell gefragt, ob ich der Brizzi vom FCZ sei. Das brachte Freude. Gerade im Baubereich, wo ich tätig war, genoss der Fussball einen hohen Stellenwert."

Fritz Künzli, der 1965 zum FCZ kam, galt als Mädchenschwarm. Wie war das einige Jahre früher? Wurdet ihr auch schon angehimmelt?
"Wir haben gearbeitet und haben das nicht wahrgenommen. Wenn man von morgens bis abends bei der Arbeit und dem Fussball engagiert ist, hat man dafür keine Zeit.

Du hast vier Mal gegen Real Madrid gespielt. Was waren das für Erlebnisse?
"Real war eine Mannschaft, die weltweit auf dem obersten Niveau agierte. Da spielten die besten Akteure: Ferenc Puskás, Francisco Gento und Alfredo Di Stéfano. Das war eine völlig andere Welt gegenüber den Schweizer Vereinen. Das waren alle Profis und Real hatte zu jener Zeit eine phänomenale Mannschaft. Menschlich waren sie trotzdem nicht abgehoben. Ich hatte das Glück, dass ich auch wegen der Arbeit Italienisch und Französisch sprach und auch ein paar Brocken Englisch konnte. Das waren schöne Begegnungen."

Was war das schönste Erlebnis mit dem FCZ?
"Das war die Weltreise 1959. Sie war quasi mein Einstandsgeschenk, ich spielte noch bei Winterthur und durfte aber bereits an dieser Reise teilnehmen. Es war einmalig und auch eine Chance für mich. Wir waren eine Familie mit vier Kindern, da gab es solche Möglichkeiten, grosse Reisen zu unternehmen, natürlich nicht.

Auf was bist du am meisten stolz?
"Dass ich als kleiner Mann mit kleiner Postur durch den Sport so gross werden konnte. Sowohl menschlich als auch geschäftlich konnte ich durch den Sport enorm profitieren. Heute bin ich sehr dankbar, dass sich der FCZ um uns Altgediente kümmert und auch der Präsident sich immer wieder Zeit für uns nimmt."

Bild: Keystone/FCZ
Bild: Keystone/FCZ

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